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CSB Schimmel digitalisiert Recruiting und Personalmanagement

Autor: Andreas Wehner

Mit einer ausgeklügelten Strategie, in der digitale Tools eine wichtige Rolle spielen, stellt sich CSB Schimmel den Herausforderungen eines schwierigen Arbeitsmarkts. Der Berliner Hyundai- und Mitsubishi-Händler hat die Zahl seiner Azubi-Bewerbungen so vervielfacht und es unter die Gewinner des Digital Automotive Awards 2020 geschafft.

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CSB Schimmel hat die Zahl seiner Azubi-Bewerbungen mithilfe digitaler Tools vervielfacht.
CSB Schimmel hat die Zahl seiner Azubi-Bewerbungen mithilfe digitaler Tools vervielfacht.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Als Steffen Görlitz 2015 die CSB Car Service Berlin GmbH übernommen hatte, war die Digitalisierung in dem Autohaus mit vier Standorten in und um Berlin mehr schlecht als recht angekommen. Schnell war klar: Eine neue Strategie musste her. Das Ziel: Alle Prozesse, die sich sinnvoll digitalisieren lassen, sollten am Ende digital abgebildet sein.

Beginnend mit einem neuen Namen und einem umfassenden Rebranding hat Görlitz mit seinem Team das Unternehmen inzwischen Stück für Stück digital neu aufgestellt. Dazu gehört für den Hyundai- und Mitsubishi-Händler, der inzwischen CSB Schimmel Automobile heißt, auch das Recruiting und das Personalmanagement. Da reicht es nicht, sich auf der Website und den wichtigen Social-Media-Kanälen als interessanter Arbeitgeber zu präsentieren. Denn die Konkurrenz ist groß und schläft nicht. Das Hauen und Stechen wird immer größer, denn es gibt immer weniger geeignetes Personal. Dass Headhunter eingesetzt werden, um beispielsweise Mechatroniker anzuwerben, ist inzwischen keine Seltenheit mehr. Das sorgte für ein in den letzten Jahren deutlich gestiegenes Lohnniveau.

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Die Ausgangssituation für Görlitz nach der Übernahme war dagegen alles andere als rosig. Das Unternehmen bildete kaum aus, das Recruiting lief über Zeitarbeitsfirmen und das Arbeitsamt, eine Möglichkeit, sich digital zu bewerben, gab es nicht. Hinzu kamen eine unstrukturierte Arbeitsumgebung und ein – geprägt noch von der Wirtschaftskrise 2009/2010 – im Marktvergleich niedrig.

Für Görlitz war klar: Hier war ein wesentlicher Ansatzpunkt für den künftigen Erfolg des Unternehmens. Mit einem Rebranding sorgte er zunächst für einen attraktiven und einheitlichen Außenauftritt. Eine neue Arbeitsumgebung inklusive moderner Arbeitsmittel legte den Grundstock. Zudem baute er eine Personalabteilung auf, die einen stärkeren Fokus auf die Ausbildung legen und mit verschiedenen Maßnahmen die Mitarbeiterzufriedenheit verbessern sollte.

2018 führte CSB Schimmel schließlich eine Recruiting-Software ein. Die Wahl fiel auf „Softgarden“, ein Tool, das den kompletten Bewerbungsprozess bis hin zur Vertragsunterzeichnung online abbilden kann. Es ermöglicht kollaboratives Arbeiten an eingehenden Bewerbungen, sodass sowohl die Personalabteilung als auch die zuständigen Mitarbeiter in den Fachabteilungen gemeinsam an Bewerbungen arbeiten können. Ein Talent-Pooling und eine Feedbackmöglichkeit sind integriert – ebenso die Option, das Bewerbungsgespräch per Video-Interview durchzuführen.

Das hat sich gerade in der Corona-Zeit als äußerst effektiv erwiesen. „All das ermöglicht es uns vor allem, sehr schnell zu sein. Und im immer stärker umkämpften Arbeitsmarkt ist die Zeit ein wesentlicher Faktor“, sagt Steffen Görlitz. Beim Recruiting von Auszubildenden setzt CSB Schimmel zudem auf die Portale Indeed und Ausbildung.de, die per Schnittstelle an Softgarden angebunden sind. Das Ergebnis der Bemühungen: Lag die Zahl der Azubi-Bewerbungen 2018 noch bei 20, so waren es 2020 über 700.

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Und auch wenn die Bewerber zum Mitarbeiter geworden sind, erleichtern digitale Tools das Personalmanagement. Herzstück ist dabei das Personalmanagement-Tool Personio. So kann Schimmel den kompletten Lebenszyklus eines Mitarbeiters im Unternehmen abbilden und automatisiert damit viele Vorgänge vom Onboarding über die Kapazitätenplanung bis hin zu Zielvereinbarungsgesprächen – immer transparent sowohl für den Mitarbeiter als auch die Geschäftsleitung.

Für Görlitz ist die Mitarbeiterzufriedenheit ein wesentlicher Faktor. Denn nur zufriedene Mitarbeiter können Kunden zufriedenstellen. Und nur zufriedene Kunden kommen wieder und empfehlen ein Unternehmen weiter – eine wesentliche Voraussetzung, um am Ende die gesteckten Ziele zu erreichen. „Zufriedene Mitarbeiter entscheiden also über den Erfolg des Unternehmens“, sagt Görlitz.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«