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Cupra Formentor: Die neue Marke bekommt Gestalt

Autor / Redakteur: spx/gr / Andreas Grimm

Mit dem Formentor bringt der Seat-Konzern das erste Fahrzeug, das ausschließlich unter dem Markennamen Cupra firmiert. Für die Enthusiasten wird der Spaß wohl nicht ganz billig, dafür überzeugt das Modell an entscheidenden Stellen.

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Cupra bringt mit dem Formentor sein erstes eigenentwickeltes Modell in den nächsten Monaten in die Schauräume. Bestellbar sind die ersten 310 Einheiten schon mal.
Cupra bringt mit dem Formentor sein erstes eigenentwickeltes Modell in den nächsten Monaten in die Schauräume. Bestellbar sind die ersten 310 Einheiten schon mal.
(Bild: Seat)

Cupra wird ziemlich schnell erwachsen. Nachdem Seat-Chef Carsten Isensee vor Kurzem klargemacht hatte, dass Cupra auf eigenen Füßen stehen soll, wird es nun mit dem Formentor langsam ernst. Wie es sich für einen jungen Volljährigen gehört, hat das Modell ordentlich Dampf unter der Haube. Ein klassisches SUV ist der Formentor aber nicht, zu flach sind dafür die Linien. Markant kommt er gleichwohl daher, er soll ja als Markenbotschafter für das Fabrikat Cupra von Anfang an einen guten und bleibenden Eindruck hinterlassen. Mit dem Fußballern des FC Barcelona hat der Formentor auch schon mal die richtigen Freunde für diese Mission.

Der Formentor trägt klar das Cupra-Markengesicht und neuerdings auch das entsprechende Heck mit dem durchgehenden Leuchtband. Natürlich verrät ihn auch das bronzefarbene Logo im prägnanten Kühlergrill sofort als Cupra-Sprössling. Das Gesamtkonzept soll für eine gewisse Exklusivität der neuen Marke sorgen. Dazu gehört auch der Antrieb: Wenig Leistung wird es zumindest vorerst nicht geben, schließlich liegen die Wurzeln von Cupra im Performance-Bereich.

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So startet auch der Formentor mit zwei potenten Antrieben. Die Basis bildet ein 180 kW/245 PS starker Plug-in-Hybrid, der dank seiner 13 kWh großer Batterie rund 50 Kilometer rein elektrisch fahren wird. Zustande kommt die Systemleistung, indem die Techniker einen 1,4 Liter großen Benziner mit vier Zylindern (110 kW/150 kW) mit einer 85 kW/115 PS starken E-Maschine koppeln, deren Moment gebündelt in Richtung Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe fließt.

Die Autoenthusiasten mit Benzin im Blut mögen dagegen auf den klassischen Antriebsstrang ohne E-Hilfe schwören – in diesem Fall bestehend aus dem 2,0 Liter großen Vierzylinder mit 228 KW/310 PS, bekannt aus den bisherigen Performance-Modellen des Volkswagen-Konzerns. Nur dass die sportive Formentor-Optik jetzt wie angegossen zum starken Motor passt. Zwar zieren optische Leckerbissen wie die markante Vierrohr-Auspuffanlage sowie der ausgeprägte Diffusor im Bereich des Heckstoßfängers auch andere Marken-Modelle, doch die coupéhafte Silhouette harmoniert noch einen Tick besser mit dem angestrebten Charakter dieses übrigens ausschließlich als Allradler anrollenden Spaniers.

Marketing-Coup mit Fußballpartner Barca

Hinsichtlich der Preisgestaltung hält sich Seat noch bedeckt. Die Spekulationen in der Fachpresse reichen von 35.000 bis 45.000 Euro. Ein Schnäppchen wird das Modell sicher nicht, schließlich soll Cupra im Konzern guten Erträge abliefern. Immerhin: Bestellen kann man den Formentor schon. 310 Exemplare der First Edition (mit den 310 PS) warten auf Prebooker, die eine Reservierungsgebühr von 1.000 Euro hinterlegen müssen. Ausgeliefert wird über den Handel.

Ein paar prominente Fahrer des Formentor stehen jedenfalls schon jetzt fest. Das erste eigenständige Modell der Marke wurde im Rahmen der Partnerschaft zwischen Cupra und dem FC Barcelona zum offiziellen Vereinsfahrzeug des spanischen Erstligisten ernannt. Für Cupra-Vorstandschef Wayne Griffiths ist diese Partnerschaft „eine logische Konsequenz – schließlich wurde dieses Modell in Barcelona entworfen und entwickelt und wird auch hier in dieser Stadt produziert, in der beide Marken ihren Ursprung haben.“

Agiler MQB-Sprössling

Gebaut wird der auf dem modularen Querbaukasten des Konzerns. Mit 1,51 Metern Höhe ragt der Formentor etwas über manche Schwester-Modelle der Kompaktklasse hinaus (was dem Einsteige-Komfort sicher nicht schadet), aber eine gekonnt gestaltete Linienführung lässt das Fahrzeug grazil, ja geradezu zierlich wirken. Aufmerksame Beobachter entdecken die vielen Design-Details, die im bronzefarbenen Haus-Ton gehalten sind. Das startet außen mit den vorderen Bremssätteln, geht über die Ränder der Lüftungsdüsen und endet mit dem bronzenen statt roten Bereich des im virtuellen Analog-Cockpit simulierten Drehzahlmessers.

Womit wir beim Thema Infotainment wären. Gleich nach dem kommoden Einstieg fällt der große Zentralmonitor auf. Mit Hilfe einer neu gestalteten Menüführung inklusive Gestensteuerung lassen sich vielfältige Einstellungen vornehmen. Außerdem ist jetzt auch Platz für eine mehrteilige Belegung auf dem Bildschirm – beispielsweise für die gleichzeitige Lotsenführung des Navigationssystems, die Klimasteuerung und die Musikauswahl.

Was nicht per Menü bedient wird, lässt sich entweder über klassische Drucktasten oder aber über berührungssensitive Flächen abhandeln. Das mag gewöhnungsbedürftig sein, funktioniert aber beispielsweise für die Temperatursteuerung der Klimaanlage gut. Einfach den Finger anlegen und schieben, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Auch das großzügige Glasdach wird mit diesem Funktionsprinzip geöffnet – hier wäre die haptische Lösung vielleicht doch besser gewesen. Doch ein bisschen Zeit zum Nachbessern ist ja noch, die Auslieferung beginnen schließlich erst Ende des Jahres. Und bis dahin müssen sich potenzielle Interessenten mit Vorfreude begnügen.

Facelift für den Cupra Ateca

Cupra-Fans, denen der Formentor zu sehr nach Zukunft klingt, können guten Gewissens bei Bewährtem bleiben. Nach dem Seat Ateca hat auch der Modellbruder der Sportmarke Cupra eine Überarbeitung erhalten. Augenfälligste Änderung am Kompakt-SUV sind die modifizierte Front mit breiterem Kühlergrill sowie die nun in Kupferoptik ausgeführten Endrohre am Heck. Innen gibt es ein neues Multifunktions-Lenkrad, digitale Instrumente und ein modernisiertes Infotainmentsystem mit eigenem Internetzugang.

In der Optionsliste finden sich neue Assistenten für das Anhängerfahren, das Ausparken und das Halten des richtigen Abstands zum Vordermann. Unverändert bleibt der 221 kW/300 PS starke 2,0-Liter-Turbobenziner des Allraders. Die Preise dürften weiterhin bei rund 43.000 Euro starten.

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