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Cupra Leon: Das Herz der Submarke schlägt wieder

| Autor / Redakteur: ampnet/gr / Andreas Grimm

Die sportlich getunten Varianten des Seat Leon haben den Weg von Cupra bereitet. Ab Herbst soll der Cupra Leon den Erfolg der flotten Spanier fortschreiben, bevor dann wenig später das erste eigenständige Cupra-Modell folgt.

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Mit ihrer Version des Leon bewegt sich die Seat-Submarke Cupra ab dem Herbst ein weiteres Stück Richtung Eigenständigkeit.
Mit ihrer Version des Leon bewegt sich die Seat-Submarke Cupra ab dem Herbst ein weiteres Stück Richtung Eigenständigkeit.
(Bild: Seat)

Das Erfolgskonzept Cupra geht in diesem Jahr in eine neue Runde – zumindest war dies der Plan vor der Corona-Krise. Mit neuen Modellen will der sportliche Seat-Ableger endgültig den Sprung in die Eigenständigkeit schaffen, statt wie bisher per Badge-Engineering und ordentlich mehr PS ein paar Modelle an eine zahlungswillige Kundschaft zu verkaufen. Ende 2020 soll mit dem Kompakt-SUV Formentor das erste eigenständige Modell als Verbrenner und Plug-in-Hybrid erhältlich sein.

Davor steht im Herbst die Neuauflage des Klassikers Cupra Leon auf dem Programm. Er ist in gewisser Weise die „Brückentechnologie“ in die Cupra-Zukunft. Noch abgeleitet vom ebenfalls neuen Seat Leon, dessen große Markteinführung am 25. April wegen der Corona-Beschränkungen ausfiel und der inzwischen ab 21.560 Euro (Sportstourer ab 22.860 Euro) bestellbar ist, hat Seat aus dem bisher erhältlichen „Leon Cupra“ nun eben den „Cupra Leon“ gemacht.

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Was nach Spielerei mit der Nomenklatur klingt, hat eine optische und technische Entsprechung. Rein äußerlich verschwindet beim Cupra Leon erstmals das Seat Markenzeichen, die kupferfarbene Cupra-Raute dominiert stattdessen den Kühler. Doch zahlreiche weitere Eingriffe sorgen für ein eigenständigeres Design des Leon Cupra als bisher. Beispielsweise sorgen nun neue LED-Leuchten für den richtigen Durchblick. Gleichwohl kann der Cupra Leon seine Verwandtschaft mit dem Basis-Leon spätestens im Innenraum nicht leugnen. Das digitale Kombiinstrument, der Infotainment-Touchscreen und der DSG-Wahlschalter sind wohlbekannt – allerdings auch aus dem VW Golf und dem Skoda Octavia.

Für den Vortrieb stehen drei Benzin-Motoren und ein Hybridantrieb bereit, die mindestens 180 kW/245 PS leisten. „Mit dem Hybrid unterstreichen wir unsere Verpflichtung, die Elektrifizierung auch in das Hochleistungssegment zu bringen“, erklärte Seat-Cupra-Entwicklungschef Axel Andorf laut einer Pressemitteilung die elektrifizierte Ausrichtung. Der Hybridantrieb kombiniert einen 150 PS starken 1,4-Liter-TSI-Motor mit einem 115 PS starken E-Motor, was sich in eine Systemleistung von ebenfalls 180 kW/245 PS übersetzt. Die Verbindung steht für ein Drehmoment von 400 Newtonmetern. Als elektrische Reichweite geben die Spanier 60 Kilometer an.

Die Ladezeit für die 13 Kilowattstunden leistende Batterie liegt an einer Wallbox bei 3,5 Stunden. An der gewöhnlichen Haushaltssteckdose vergehen sechs Stunden. Dank des elektrifizierten Antriebs sinkt der CO2-Ausstoß auf weniger als 50 Gramm je Kilometer. Über die Fahrleistungen machen die Cupra-Verantwortlichen noch keine Angaben. „Mit dem neuen Cupra Leon wollen wir unsere Marke stärken“, beschreibt Cupra-Vorstandschef Wayne Griffiths die Ausrichtung der Marke.

In der Abteilung Verbrenner gehen ein ebenfalls 180 kW/245 PS starker sowie ein 221 kW/300 PS starker Zweiliter-TSI-Antrieb an den Start, die jeweils mit Frontantrieb verbunden sind. Für den Allradantrieb steht das leistungsstärkste Aggregat mit 228 kW/310 PS für den Fünftürer und den Sports Tourer bereit. So ausgerüstet erledigt der „Eiltransporter“ die Strecke von Null auf 100 km/h in weniger als fünf Sekunden und mutiert so zum rasanten Familienmobil, den der jüngst verpflichtete Cupra-Markenbotschafter Marc ter Stegen, Torwart beim FC Barcelona, wegen der Kombination von Rasanz und praktischen Eigenschaften gleich mal zu seinem fahrbaren Untersatz auserkoren hat.

Wer noch nicht genug PS hat, kann mit dem Cupra Leon in den Rennsport einsteigen: Ihn gibt es in gleich zwei Rennsport-Versionen: Der 250 kW/340 PS starke Cupra Leon Competition soll bei den TCR-Serien und Langstreckenrennen an den Start gehen, sein Elektro-Pendant, der Cupra E-Racer, ist für die ETCR-Meisterschaft konzipiert. Diese Elektro-Tourenwagen-Rennserie soll 2021 an den Start. Als Elektro-Flitzer mobilisiert der Leon 500 kW/680 PS.

Alle normalen Straßenversionen sind mit einem schnell schaltenden DSG-Getriebe ausgestattet, dessen Wählhebel nicht mehr mechanisch mit der Schaltzentrale verbunden ist und stattdessen elektronische Signale nutzt. Die Verantwortlichen versprechen dank des entsprechend ausgelegten Fahrwerks ein dynamisches Fahrverhalten (alles andere wäre auch überraschend), für das vier Fahreinstellungen bereitstehen. Neben Comfort kann der Fahrer aus Sport, Cupra und Individual wählen.

Bislang scheint die Cupra-Rechnung für Seat aufzugehen. Vor allem in Deutschland fand die Marke auf Anhieb viele Anhänger. Von den insgesamt 44.000 weltweit verkauften Cupra-Modellen gingen im vergangenen Jahr gut 10.000 Einheiten nach Deutschland, das sich zum wichtigsten Markt noch vor Spanien entwickelt hat. Damit scheint eine alte Vision von Ferdinand Piëch doch noch Realität zu werden. Als Volkswagen in den 80 Jahren die Marke Seat übernahm, wollte er die Spanier gegen Alfa Romeo antreten lassen. Daraus ist lange nichts geworden, Seat blieb lange eine kreuzbrave Volumenmarke. Doch jetzt lodert das Feuer, während Alfa Romeo nur noch ein Schatten vergangener Größe ist.

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