Cyberkriminalität: Vorsicht, Datendiebe!

Die Cyberkriminellen haben auch kleine Autohäuser im Visier. Ein Verschlüsselungstrojaner kann einen Betrieb schnell 100.000 Euro kosten. Werden Kundendaten gestohlen, kann der Schaden existenzbedrohend sein. Doch es gibt Schutzschilder.

| Autor: Julia Mauritz

Im Autohaus Schönauen nistete sich der Verschlüsselungstrojaner über eine scheinbar harmlose Fahrzeuganfrage ein.
Im Autohaus Schönauen nistete sich der Verschlüsselungstrojaner über eine scheinbar harmlose Fahrzeuganfrage ein. (Bild: Christian Beie, beier-photographie.de/Solinger Tageblatt)

Den 15. April 2019 wird die Solinger Mehrmarken-Autohausgruppe Schönauen so schnell nicht vergessen: Als die Mitarbeiter am Montagmorgen in den sieben Filialen ihre PCs einschalteten, blieb der Versuch, sich in das DMS einzuloggen, erfolglos. Ein Verschlüsselungstrojaner hatte sich ins Netzwerk der Autohausgruppe, die 190 Mitarbeiter beschäftigt, eingenistet und den Zentralserver lahmgelegt. Ob Werkstattauftrag oder die Disposition von Fahrzeugen – nichts ging mehr. Für die Freistellung der Daten forderten die Kriminellen über eine Datei die Überweisung von 150 Bitcoins auf ein anonymes Konto – zum damaligen Zeitpunkt umgerechnet knapp 700.000 Euro.

Genaue Angaben darüber, wie viele Autohäuser bereits Opfer von Cyberattacken geworden sind, gibt es nicht. Die jährlichen Schäden, die mittelständischen Unternehmen zugefügt werden, schätzen das Bundesamt für Verfassungsschutz und der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) auf über 20 Milliarden Euro jährlich.

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