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Dacia Lodgy: Viel Platz für wenig Geld

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Der erste Kompakt-Van der rumänischen Renault-Tochter hinterlässt einen soliden Eindruck zum sensationellen Preis. Bei Sicherheit und Verarbeitung hat Dacia aufgeholt. Ein Austattungs-Wunder darf man für 9.990 Euro allerdings nicht erwarten.

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Der neue Dacia Lodgy ist schon für sensationelle 9.990 Euro erhältlich.
Der neue Dacia Lodgy ist schon für sensationelle 9.990 Euro erhältlich.
(Foto: Dacia)

9.990 Euro für einen Van mit 4,5 Meter Länge – dafür gibt es zum Beispiel einen Renault Grand Scenic. Allerdings ist der viereinhalb Jahre alt, hat 63.000 Kilometer auf dem Tacho, reichlich Schokoladen-, Eis und Buntstift-Flecken in den Polstern und womöglich einen größeren Reparaturbedarf irgendwo unter der Blechhaut. Das weiß nur der Verkäufer im Internet.

Damit ist der Hauptgrund genannt, mit einem Dacia Lodgy zu liebäugeln: Die rumänische Renault-Tochter bietet nämlich ab sofort einen Van in annähernd gleichen Abmessungen für eben jenen Preis an. Inklusive drei Jahren oder 100.000 Kilometer Garantie. „Das bisherige Kompaktvan-Angebot ist für weite Teile der Kundschaft unerschwinglich“, hat Damien Scopel, Produktmanager der Renault-Tochter in Deutschland erkannt. Aber hält das XL-Sparschwein im Fahrbetrieb auch, was der XS-Preis im Stand verspricht?

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Der erste Eindruck vor der ausführlichen Testfahrt durch das Verkehrsgewühl um Marokkos Metropole Marrakesch sagt: Ja. Dies ist kein notdürftig umgebauter Lieferwagen mit Blechdosen-Ambiente. Der Lodgy hat eine klare Form, harte, aber ansehnliche und ordentlich verarbeitete Kunststoffe, Ablagen und Staufächer für 30 Liter Fassungsvermögen. Bis auf ein etwas wackliges Mittelfach auf dem Armaturenbrett wirkt das alles nicht so billig, wie es der Preis nahelegt.

Hexen können die Dacia-Entwickler aber auch nicht. Darum gibt es Hinten statt aufwändiger Schiebe- zwei normale Türen, und die optionale dritte Sitzreihe (590 Euro) versinkt auch ungenutzt nicht im Ladeboden, sondern wird klipp-klapp Richtung Sitzbank zwei verstaut. Dass es auch auf dieser letzten Reihe noch luftiger als in manchem etablierten Konkurrenzmodell zugeht, loben die dort Mitreisendem beim Losfahren nach vorn zum Fahrer.

Der kann das übrigens mühelos hören. Denn auch die Dämmung der Fahr- und Windgeräusche ist den Dacia-Ingenieuren gut gelungen. Nur wer die Basis-Motoren - einen 1,6-Liter Benziner mit 61 kW/83 PS oder einen 1,5-Liter Diesel mit 66 kW/90 PS – richtig quält, verliert den akustischen Kontakt zu den übrigen Insassen.

ESP in allen Varianten Serie

Wer allzu forsch in die Kurven geht, bekommt die Tuchfühlung allerdings gleich wieder: Der Seitenhalt auf dem ansonsten straff und bequem gepolsterten Gestühl ist nämlich unterentwickelt. Aber dies ist ja auch ein Van und kein Sportwagen. Harmonisch gefedert und mit gutem Fahrbahnkontakt ist der Dacia-Fahrer am servogelenkten Steuer dennoch unterwegs. Angst vor dem Ausbrechen des Lodgy ist ohnehin nicht angebracht. Die Macher sind stolz auf den ersten Dacia, der in allen Varianten serienmäßig mit der neuesten Generation des Schleuderschutzes ESP (nebst ABS und vier Airbags vorn) ausgerüstet ist.

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