Dacia-Planung setzt auf Autogas zur CO2-Reduktion

Autor: Andreas Grimm

Mit verschiedenen Ansätzen arbeitet derzeit Dacia, um den CO2-Grenzwert einzuhalten. Kurzfristig nimmt der Renault-Ableger nun Autogas-Varianten ins Lieferprogramm auf. Mittelfristig kommt ein Elektroauto.

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Der Duster ist eines von von vielen Dacia-Modellen, die es künftig mit bivalentem LPG-Antrieb gibt.
Der Duster ist eines von von vielen Dacia-Modellen, die es künftig mit bivalentem LPG-Antrieb gibt.
(Bild: Renault)

Dacia muss CO2 sparen, will die Renault-Tochter Strafzahlungen wegen Überschreitung der CO2-Grenzwerte vermeiden. Deshalb bringt Dacia neue LPG-Autogasvarianten an den Start: Die Modelle Sandero und Sandero Stepway, Logan MCV und Duster sind umgehend, der Familienvan Lodgy ab Frühjahr 2020 mit bivalentem Antrieb bestellbar. Verfügbar sind zwei für Autogas optimierte Motorisierungen: der TCe 100 Eco-G und SCe 110 Eco-G. Ein wichtiges Verkaufsargument: Für die Kunden fängt vom Start weg das Sparen an, denn die Autogasmodelle sind ohne Aufpreis gegenüber den entsprechenden reinen Benzinern erhältlich.

Autogas ist bis zu 30 Prozent günstiger als Benzin und setzt beim Verbrennen weniger CO2 frei als klassische fossile Kraftstoffe. Allerdings fällt die CO2-Einsparung bei gleicher Laufleistung mit 15 Prozent übersichtlich aus. Aber hinsichtlich der Strafzahlungen zählt derzeit jedes Gramm. Hinsichtlich der Partikel und NOx-Emissionen ist LPG dagegen deutlicher im Vorteil.

Interessanter aus der CO2-Warte ist da schon der elektrifizierte Dacia. Nachdem schon länger das Gerücht kursierte, Renault werde ein Derivat des in China bereits erhältlichen SUV K-ZE für Dacia liefern, haben die Rumänen die entsprechende Studie „Spring Electric“ inzwischen tatsächlich vorgestellt. Zum Antrieb der Dacia-Version gibt es noch keine Angaben – die Reichweite soll bei rund 200 Kilometern liegen. Bislang hatte die Preisbrecher-Marke Dacia anders als die Schwester Renault auf eigene E-Modelle verzichtet.

Zunächst kommen die LPG-Modelle (LPG = Liquefied Petroleum Gas) mit dem 101 PS starken Dreizylinder-Motor zum Einsatz. Ihr Drehmoment ist mit 170 Nm bei 2.000 U/min um zehn Nm höher als beim Benziner TCe 100. Je nach Modell und Ausstattungsversion reichen die Preise von 9.750 für den Sandero Essential bis 15.750 Euro für den Duster Prestige. Der Lodgy wird mit einem 1,6-Litermotor namens SCe 110 ECO-G mit 109 PS ausgestattet.

Bivalente Fahrzeuge stoßen im Gasbetrieb weniger Abgase aus, vor allem die NOx- und die Partikelemissionen sind deutlich geringer. Beim CO2 liegt der Vorsprung gegenüber klassischen fossilen Kraftstoffen bei etwa 15 Prozent. Vor allem aber liegen die Spritkosten bei LPG um rund 30 Prozent unter denen von Benzinern. Ihr 50 Liter fassender Sprittank bleibt unverändert, der Gastank aus hochfestem Stahl in der Reseveradmulde fasst 40 Liter (Sandero, Sandero Stepway, Logan MCV) beziehungsweise 42 Liter (Duster, Lodgy). Das macht laut Dacia „Reichweiten über 1.000 Kilometer möglich“.

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 Andreas Grimm

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«