Daihatsu: „Keine atypischen Stornierungen“

Autor / Redakteur: Andreas Wehner / Andreas Wehner

Die Kunden halten dem Kleinwagenanbieter nach dessen eigenen Angaben die Stange. Daihatsu-Geschäftsführer Matthias Heinz erläutert im Interview mit »kfz-betrieb« die nächsten Schritte des Importeurs.

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Redaktion: Sie haben im Januar das Aus für die Marke Daihatsu verkündet. Schaffen Sie es, die Betreuung der Händler in den nächsten beiden Jahren aufrechtzuerhalten?

Matthias Heinz: Derzeit gibt es keine Abwanderungstendenz. Aber wir sind uns bewusst, dass wir flexibel sein müssen, wenn eine Personalie ansteht. Unsere Mitarbeiter sind durchaus in der Lage und bereit, andere Aufgaben zu übernehmen. Wir können uns aber auch vorstellen, temporär personelle Betreuung einzukaufen. Wir haben den Händlern versprochen, dass die Betreuung funktioniert. Dazu stehen wir.

Welche zusätzliche Unterstützung bieten Sie dem Handel?

Wir haben uns mit zirka 20 Händlern zusammengesetzt und Verschiedenes auf den Weg gebracht. Einerseits haben wir Sicherheit für die Kunden geschaffen und die Garantie auf fünf Jahre verlängert. Zugleich bieten wir für zwei Modelle eine Sonderfinanzierung an. Andererseits haben wir die Förderung für die Händler deutlich verbessert, zum Beispiel, was die Liquidität angeht.

Was heißt das konkret?

Bisher waren die Fahrzeuge 60 Tage frei finanziert, jetzt sind es 180 Tage. Und zwar nicht nur frei finanziert, sondern auch ohne die so genannten Abschlagszahlungen. Das heißt: Ein halbes Jahr Lagerwagen ohne Kosten für die Händler. Weiterhin ist festzuhalten, dass wir schon seit dem vergangenen Jahr die Händler nicht mehr verpflichten, Lagerwagen vorzuhalten. Der einzige Standard im Vertrieb lautet, drei Vorführwagen vorzuhalten – mit einer Haltedauer von zwölf Monaten.

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Werden Sie die Preise senken?

Wir haben die Händler gefragt, ob sie lieber attraktive Nettopreise wollen oder ob wir die Förderung der Händler verstärken sollen, und sie können selbst entscheiden, wie sie ihr Geschäft abwickeln. Alle Händler haben sich für die zweite Variante entschieden. Daher ein definitives Nein zu Preissenkungen in diesem Jahr. Für 2012 werden wir uns noch einmal zusammensetzen müssen.

Wie stark spüren Sie Skepsis bei den Kunden, in der jetzigen Situation noch einen Daihatsu zu kaufen?

Der Handel berichtet mir, dass es keine atypischen Stornierungen von Kunden gibt. Die Händler haben die Kunden mit der Entwicklung ganz offen konfrontiert. Und die Kunden halten unseren Partnern die Stange. Wir haben immerhin 150.000 Bestandsfahrer, die wir besonders jetzt pflegen und ansprechen müssen. Alle Kundenanfragen gehen an mich persönlich und ich beantworte sie auch persönlich. 90 Prozent der Anfragen konzentrieren sich auf die Ersatzteilversorgung und den Service nach Auslauf des Daihatsu-Vertriebes im Januar 2013.

Und das wird gewährleistet sein?

Ja. Wir stehen zu dem, was wir angekündigt haben.

Was den künftigen Service angeht, gibt es auch im Handelsnetz noch Skepsis. Was können Sie den Händlern denn über die künftigen Verträge sagen? ...

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