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Dank Corona-Hilfen kaum noch Pleiten im Kfz-Gewerbe

Autor: Viktoria Hahn

Die Bundesregierung hat für Betriebe wegen der Corona-Pandemie die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt. Der Effekt zeigt sich in einer aktuellen Auswertung des Statistischen Bundesamtes für den Monat August. Gemessen am Vorjahresmonat sank die Zahl der Pleiten um 54 Prozent.

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Die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe ist dank der Soforthilfen wegen der Corona-Krise drastisch gesunken.
Die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe ist dank der Soforthilfen wegen der Corona-Krise drastisch gesunken.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen in der Corona-Krise spiegelt sich bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Insolvenzen wider. Vielmehr war die Zahl der angezeigten Pleiten im Kfz-Gewerbe im August weiter rückläufig. Ursächlich dafür ist höchstwahrscheinlich die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen. Wie aus den am Freitag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht, meldeten sich aus der Branche im jetzt veröffentlichten Berichtsmonat August 23 Betriebe zahlungsunfähig – das sind 27 Unternehmen und damit 54 Prozent weniger als im Vorjahr.

Davon wurden 12 Verfahren tatsächlich eröffnet und 11 mangels Masse abgewiesen. Entsprechend gering sind die Auswirkungen auf die Gesellschaft: Die Jobs von 19 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Kfz-Branche standen durch die Insolvenzen im Feuer. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf 3,9 Millionen Euro.

In der Gesamtbetrachtung der ersten acht Monate des Jahres 2020 hat die Zahl der Kfz-Pleiten gegenüber dem Vorjahreszeitraum abgenommen: 368 Verfahren insgesamt bedeuten ein Minus von 11,5 Prozent oder 48 Fällen. Zwischen Januar und August entwickelte sich die Situation in der Branche damit fast im Gleichschritt mit der Gesamtwirtschaft: Branchenübergreifend sank die Zahl der Insolvenzen in diesem Zeitraum um 11,2 Prozent.

Kfz-Gewerbe schneidet besser ab als die Gesamtwirtschaft

Im Einzelmonat August verzeichnete die Gesamtwirtschaft einen Rückgang der Insolvenzverfahren um 35,4 Prozent, während sich die Lage der Kfz-Branche mit einem Minus von 54 Prozent statistisch noch deutlich stärker entspannte.

Die „positiven“ August-Zahlen lassen sich auf günstige Entwicklungen in den zentralen Bereichen der Branche zurückführen. Bei den Werkstätten stellten 7 Betriebe einen Insolvenzantrag, 8 weniger als im Vorjahresmonat (-46,2 %). Im Handel ging 12 Unternehmen das Geld aus, im August des Vorjahres waren es noch 22 gewesen (-45,5 %).

Weitere „positive“ Entwicklung gab es bei den Zweiradbetrieben zu vermelden: Nur ein Betrieb musste sich zahlungsunfähig melden, im vergangenen Jahr waren es noch 3 gewesen. Ebenfalls eindeutig besser als im Jahr zuvor ging es den Lackierereien: Während im August 2019 6 Unternehmen Pleite gingen, gab es ein Jahr keine Insolvenzen zu vermelden.

Weiterhin gab es unter den Teilehändlern im August 3 zahlungsunfähige Betriebe, einer weniger als im Vorjahresmonat. Bei den Autowaschanlagen musste – übrigens wie im Vorjahr – gar kein Betrieb Insolvenz vermelden.

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Über den Autor

 Viktoria Hahn

Viktoria Hahn

Volontärin des Newsdesk von »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG