Interview zur IAA München Das Auto weckt nach wie vor Emotionen

Autor: Doris Pfaff

Ob die neue IAA bei Besuchern und Ausstellern ankommt, davon will sich auch ZDK Präsident Jürgen Karpinski in München ein Bild machen. Warum er zumindest den internationalen Automessen nicht mehr eine solche Bedeutung wie in der Vergangenheit beimisst, erläutert er im Interview.

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski ist wie viele andere aus der Autobranche gespannt, ob sich das neue Konzept der IAA in München bewähren wird. Der ZDK beteiligt sich diesmal nicht als Aussteller.
ZDK-Präsident Jürgen Karpinski ist wie viele andere aus der Autobranche gespannt, ob sich das neue Konzept der IAA in München bewähren wird. Der ZDK beteiligt sich diesmal nicht als Aussteller.
(Bild: Harald Almonat)

Redaktion: Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) versucht im September einen Neustart in München. Die IAA Mobility hat nicht mehr allein das Auto im Fokus, sondern setzt auf einen breiten Mix von Mobilität. Deshalb sind beispielsweise auch Fahrradhersteller auf der Messe vertreten. Empfinden Sie das als Verrat an der Autobranche?

Jürgen Karpinski: Ganz sicher nicht. Der VDA macht auch mit diesem neuen IAA-Konzept deutlich, wie unverändert wichtig die Mobilität, also die persönliche und individuelle Freiheit, für die Menschen ist. So können Besucher außerhalb der Messehallen Fahrzeuge und neue Technologien ausprobieren. Fahrräder, die im Übrigen bereits seit Jahren auch durch den Fahrzeughandel angeboten und verkauft werden, sind sportlicher Teil des Mobilitätsmix. Doch kein noch so moderner Mobilitätsmix kann das bewährte Auto ablösen. Denken Sie bloß an die furchtbare Unwetter-Katastrophe vor einigen Wochen, da kann man weder mit dem Fahrrad noch mit E-Autos entscheidend helfen. Ob der Name IAA zukunftsfähig ist oder sich möglicherweise in IMM – Internationale Mobilitäts Messe – wandelt, wird sich zeigen.

Was bedeuten die Themenschwerpunkte der IAA für das Kfz-Gewerbe? Sollte es sich nicht auch mehr als Mobilitätsdienstleister verstehen und dem Kunden die gesamte Mobilität anbieten, anstatt allein auf das Auto zu setzen?

Karpinski: Unsere Autohäuser und Werkstätten sind die klassischen Mobilitätsdienstleister schlechthin. Ohne sie würde nichts laufen auf unseren Straßen. Dass sich neue Angebotsformen für bedarfsgerechte Mobilität entwickeln, ist nachvollziehbar und kann für bestimmte Zielgruppen vor allem in Ballungsgebieten durchaus attraktiv sein. Wir sehen aber auch, dass die Menschen abseits dieser Regionen nach wie vor auf das eigene Auto angewiesen sind. Jedes Kfz-Unternehmen kann ja prüfen, ob es aus Kundensicht sinnvoll ist, das Mobilitätsangebot zu ergänzen.

Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik