Das autonome Fahren macht das Auto zum Medium

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Die wachsende Automatisierung des Fahrens eröffnet den Insassen zunehmend neue Möglichkeiten, ihre Zeit zu nutzen. Damit eröffnen sich Chancen, das Auto zum „Rezeptionskanal für Medieninhalte“ auszubauen.

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Die Digitalisierung des Autos ist in vollem Gange. Mit ihr könnte die Mediennutzung im Auto sprunghaft steigen.
Die Digitalisierung des Autos ist in vollem Gange. Mit ihr könnte die Mediennutzung im Auto sprunghaft steigen.
(Bild: Medien-Netzwerk Bayern / Alexander von Spreti)

Für Medienunternehmen wird das Auto zu einem interessanten Medium, um Leser, Kunden und User zu erreichen. Diese Entwicklung machten verschiedene Sprecher und Diskussionsteilnehmer auf der Konferenz „Media meets Automotive“ in München deutlich, die Vogel Business Media, der Verlag von »kfz-betrieb«, als Medienpartner begleitete. „Das Auto entwickelt sich von einem Fortbewegungsmittel zu einem Device zur Mediennutzung und wird ein wichtiger Rezeptionskanal für Medieninhalte“, sagt Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM).

Die Medienunternehmen sind aus Sicht der Konferenzteilnehmer entsprechend gefordert, mit der Automobilwirtschaft zu kooperieren. Mit der fortschreitenden Automatisierung des Fahrens, kann die Mediennutzung durch den Fahrer deutlich steigen. „Hier gibt es große wirtschaftliche Potenziale, die es zu nutzen gilt“, sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

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Die Entwicklung fordert zugleich Veränderungsbereitschaft von den Automobilherstellern, die sich auf neue Nutzungsszenarien einstellen müssen. „Wir müssen einen Weg finden, um Medieninhalte und ihre Darstellung in Zukunft nutzbar machen – auch unter Berücksichtigung gesetzlicher Regelungen“, sagt Martin Tottlepp, Leiter Entwicklung „User Experience / User Interface“-Konzepte bei Audi. Die Sprachassistenz wird künftig zum Dreh- und Angelpunkt im Fahrzeug. „Wir bei Audi denken den Ansatz ‚Speech first‛. Die Sprachsteuerung im Wagen wird eine entscheidende Rolle im Fahrzeug einnehmen“, prognostizierte Tottlepp.

Das Auto werde immer mehr zur Kommunikationsplattform und zum Medium mit großen Potenzialen für neue Werbeumfelder, erklärt Manfred Klaus von der Münchener Digitalagentur „Plan.Net“. Dazu seien aber Standardisierungen nötig. Die Fragen der Datengenerierung und -nutzung im Auto betrifft seiner Ansicht nach sowohl die werbetreibende Industrie und Medienbranche, als auch die Steuerung und Optimierung des Verkehrs.

Auch in dieser Hinsicht seien die Autobauer gefordert. „Unsere Chancen liegen in cleveren inhaltlichen Angeboten im Medienbereich“, sagte Klaus-Peter Potthast vom Bayerischen Wirtschaftsministerium. Ein großes Thema für zukünftige Mobilität seien die Daten, die im Auto entstehen. „Wir brauchen die richtigen Angebote und Rahmen und dürfen das Feld nicht Asien oder den USA überlassen“.

Die Veranstaltung „Media meets Automotive“ ist eine Veranstaltung des Medien-Netzwerk Bayern in Kooperation mit den Partnern Bayerische Landeszentrale für neue Medien, Bayerischer Rundfunk und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

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