Das Heidenreich bleibt unbeugsam

Autor: Christoph Seyerlein

Seit Jahren erwehrt sich das Autohaus Heidenreich in Nordhessen der Konkurrenz großer Autohandelsgruppen. Mit ausgeprägtem Wettkampfdenken erreicht der Opel- und Hyundai-Händler Platz sieben des Vertriebs Awards 2016.

Firmen zum Thema

Das Autohaus Heidenreich vermarktet in Witzenhausen und Eschwege Autos von Opel und Hyundai.
Das Autohaus Heidenreich vermarktet in Witzenhausen und Eschwege Autos von Opel und Hyundai.
(Foto: Rehberg / Redaktion »kfz-betrieb«)

Wir schreiben das Jahr 2016 n. Chr., ganz Nordhessen ist von großen Autohandelsgruppen besetzt. Ganz Nordhessen? Nein! In Witzenhausen und Eschwege leistet das kleine Heidenreich mit seinem Geschäftsführix den Dürkops, Peters und Co. erbitterten Widerstand.

Damit erst einmal genug der Ausflüge in die Comic-Welt – auch wenn der Vergleich zwischen dem Autohaus Heidenreich und mancher Handelsgruppe tatsächlich an den Kampf der aufmüpfigen Gallier mit den mächtigen Römern aus den Asterix-Bänden erinnert.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 10 Bildern

Groß ist wahrlich keines der naheliegenden Attribute, wenn man sich im „Heidenreich“ bewegt. Der Hauptsitz des Opel- und Hyundai-Händlers ist Witzenhausen, seines Zeichens die kleinste Universitätsstadt Deutschlands. Eine Zweigstelle der Universität Kassel lehrt hier Agrarwissenschaften, mit rund 7.500 Einwohnern geht der Ort im Grenzgebiet zwischen Hessen, Niedersachsen und Thüringen gerade noch so als Stadt durch. Auch die Ausstellungsfläche des Autohauses Heidenreich in Witzenhausen fällt mit gut 1.600 Quadratmetern alles andere als überdimensioniert aus. Gemeinsam mit seiner zweiten Filiale in Eschwege erreicht Geschäftsführer Jörg Heidenreich ein Einzugsgebiet von rund 100.000 Menschen.

Eines will sich der Händler aber nicht verbieten lassen: Groß zu denken. Mit einem Marktanteil von mehr als einem Drittel ist er Marktführer in seiner Region. Beim Umsatz legte das Heidenreich in den letzten vier Jahren um fast 30 Prozent oder 3,3 Millionen Euro zu. Die 10,6 Millionen Euro aus dem Jahr 2015 bedeuteten allein im Vergleich zu 2014 ein Plus von rund einer Million Euro. Der Absatz von Neu- und Gebrauchtwagen kletterte zuletzt von 820 auf 927 Autos.

Ausgeprägter Wettkampf-Gedanke

In der Außenwirkung setzt Heidenreich auf acht junge Damen aus der Region. Dabei verlässt sich der Händler nicht nur auf die Attraktivität seiner Werbegesichter, im vergangenen Frühjahr war auch ihr schauspielerisches Talent gefragt. Jede Werbebotschafterin vertrat in einem Wettstreit jeweils ein Opel- oder ein Hyundai-Modell. Ein klarer Sieger ging aus den Battles nicht hervor: Punktete der Opel Zafira mit genügend Platz für 100 Paar Schuhe, machte der Hyundai i10 fehlenden Stauraum damit wett, dass er in jede Parklücke passt. Das Autohaus spielte die Battles über Podcasts, Anzeigen und Banner-Werbung. Auch in den sozialen Netzwerken war Heidenreich mit der „Unvergleichbar“-Kampagne aktiv, generierte auf Facebook über 350 „Gefällt mir“-Angaben und mehr als 5.000 Klicks auf Youtube.

Im Oktober 2015 trieb Jörg Heidenreich den Wettkampf-Gedanken dann auf die Spitze: Zur Markteinführung von Opel Astra und Hyundai Tucson ließ er die beiden Modelle mit Fahrzeugen aus dem Wettbewerb beim „Premieren-Fight“ in Bad Sooden-Allendorf „in den Ring steigen“. Die Gäste des Events konnten Astra und Tucson direkt mit den Konkurrenz-Autos vergleichen. Ende Oktober hatten ausgewählte Kunden dann die Möglichkeit, die neuen Autos zu speziellen Preisen und Konditionen zu kaufen. Der Plan von Jörg Heidenreich ging auf: 30 Neuwagen gingen bei dem Event an Käufer.

(ID:44002203)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Fachredakteur Next Mobility / Entwicklungsredakteur