Fachtagung für freie Werkstätten Das kommt im Ersatzteilgeschäft auf die Werkstätten zu

Autor: Jan Rosenow

Kfz-Betriebe müssen sich langfristig auf Umwälzungen im Ersatzteilgeschäft einstellen. Wie sie ihr Geschäft trotzdem absichern können, erfahren Teilnehmer auf der 30. Fachtagung am 9. Oktober in Würzburg.

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Eine große Bandbreite von Vortragsthemen rund um das Ersatzteilgeschäft erwartet das Publikum bei der Fachtagung 2021.
Eine große Bandbreite von Vortragsthemen rund um das Ersatzteilgeschäft erwartet das Publikum bei der Fachtagung 2021.
(Bild: Stefan Bausewein)

Sagt ein Autofahrer zum anderen: „Ich habe gerade einmal 89 Euro für eine Jahresinspektion gezahlt.“ Auf die Nachfrage, was er denn für ein Auto habe, hieß es: „Einen Renault Zoe.“ Und hier müsse turnusmäßig lediglich der Innenraumfilter gewechselt werden. „Eigentlich könnte ich das ja auch selbst machen“, fügte der Elektroautobesitzer noch hinzu.

Tja – so sieht sie aus, die Zukunft für die Kfz-Betriebe. Auch wenn die Jahresinspektion natürlich nur ein einziger Servicefall ist, E-Autos selbstverständlich auch Reifen und Bremsen brauchen und noch längst nicht klar ist, wie dauerhaltbar der elektrische Antriebsstrang ist: Kfz-Betriebe tun gut daran, sich mittelfristig auf einen schrumpfenden Ersatzteilbedarf einzustellen.

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Denn bei allen diskussionswürdigen Nachteilen dieser Antriebstechnik sieht es doch so aus, als hätten sich sowohl der Gesetzgeber als auch die Automobilindustrie auf das E-Auto als Basis der künftigen individuellen Mobilität eingeschossen. Immer mehr Autohersteller setzen sich bereits feste Termine für das Produktionsende von Verbrennungsmotoren. Der Bestand an batterieelektrischen Fahrzeugen dürfte schneller wachsen, als noch vor wenigen Jahren abzusehen war. Und deshalb sollten Kfz-Betriebe jetzt darüber nachdenken, wie sie ihr Teilegeschäft zukunftsfähig machen und letztlich die wirtschaftliche Basis ihres Geschäftsbetriebs sichern.

Exklusiv: Aktuelle Marktuntersuchung von Wolk Aftersales

Wie stark genau sich der Ersatzteilumsatz und das Servicegeschäft bis 2030 verändern werden, das hat die Unternehmensberatung Wolk Aftersales jüngst gemeinsam mit der Boston Consulting Group und dem europäischen Zuliefererverband Clepa untersucht. Zoran Nikolic, Geschäftsführer von Wolk Aftersales, wird die Ergebnisse dieser Studie auf der Fachtagung erstmals in einem Vortrag vorstellen.

Doch im Teilegeschäft lassen sich derzeit noch weitere Umwälzungen beobachten. So bringen viele Kunden Ersatzteile, die sie im Internet bestellt haben, zum Werkstatttermin mit und verlangen vom Betrieb, diese einzubauen. Oder Versicherungen wollen im Rahmen der Schadensteuerung auch das Ersatzteilgeschäft unter ihre Kontrolle bringen. Aber auch ein neues Verfahren aus der Fertigungstechnik, das derzeit seinen Durchbruch zur Serientauglichkeit erlebt, kann das Ersatzteilgeschäft künftig beeinflussen: der 3D-Druck. All diese Trends werden im Vortragsprogramm der Fachtagung Freie Werkstätten und Servicebetriebe behandelt.

Verleihung des Deutschen Werkstattpreises am Vorabend

Das Informations- und Diskussionsforum für die Inhaber und Mitarbeiter von freien Werkstätten findet in diesem Jahr bereits zum 30. Mal statt. Die lange Geschichte ist aber nur ein Beleg für die hohe Bedeutung der Fachtagung für das Kfz-Gewerbe. Ein anderer sind die namhaften Partner: Mit der Automechanika Frankfurt, dem Autohersteller BMW, dem Zulieferer Continental und der Sachverständigenorganisation GTÜ ist die erste Liga der deutschen Kfz-Branche als Sponsor aktiv.

Ein besonderes Ereignis ist die Verleihung des Deutschen Werkstattpreises am Vorabend (8. Oktober), bei der die besten freien Werkstätten Deutschlands ausgezeichnet werden. Die Präsentation der Top-Ten-Betriebe liefert viele Einblicke in das Servicemarketing erfolgreicher Kfz-Unternehmer und dürfte jedem Betriebsinhaber neue Ideen liefern.

Sicherheitskonzept mit 3G

Im Fokus der Präsenzevents der Vogel Communications Group stehen die Sicherheit und Gesundheit aller Teilnehmenden. Kern des Hygienekonzeptes bildet die sogenannte 3-G-Regelung. Diese sieht vor, dass ausschließlich Geimpfte, Genesene oder Getestete Zugang zu den Veranstaltungen erhalten. Das Organisationspersonal wird am Check-in verpflichtend kontrollieren, ob Teilnehmende geimpft, genesen oder getestet sind. Das Ergebnis eines vorgelegten Antigen-Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden sein.

Die Teilnahme an der Präsenzveranstaltung kostet 179 Euro, das Digitalticket 139 Euro. Abonnenten von »kfz-betrieb« sowie Innungsmitglieder erhalten Sonderkonditionen. Weitere Informationen und die Möglichkeit zu Anmeldung finden Sie hier.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group