DAT-Report 2011: Neuwagenpreise steigen wieder

Autor / Redakteur: Joachim von Maltzan / Andreas Grimm

Zahlen, Daten und Fakten für Handel und Service hat die aktuelle Ausgabe des DAT-Report zusammengetragen. Das Kompendium zeigt unter anderem Veränderungen in der Ausgabenbereitschaft und im Wartungsaufwand.

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Wurde am Mittwoch in Stuttgart vorgestellt: der DAT-Report 2011.
Wurde am Mittwoch in Stuttgart vorgestellt: der DAT-Report 2011.
( Archiv: Vogel Business Media )

Besser als erwartet präsentierte sich das Autojahr 2010. Mit 2,92 Millionen Neuzulassungen und 6,43 Millionen Besitzumschreibungen lagen die Fahrzeugverkäufe deutlich höher als erwartet. Gleichzeitig sind die durchschnittlichen Neuwagenpreise im letzten Jahr auf Grund der ausgelaufenen Umweltprämie deutlich von 22.520 Euro auf 26.030 Euro gestiegen, heißt es im DAT-Report 2011, der am Mittwoch in Stuttgart vorgestellt wurde.

Nachdem die Verbraucher im Jahr 2009 aufgrund der Umweltprämie verstärkt kleinere Fahrzeuge gekauft hatten, orderten im Folgejahr die gewerblichen Kunden wieder mehr größere Autos, erläutert der Report. Auch die Kaufklassen der Autos haben sich nach der Umweltprämie wieder auf den Wert vor der Krise eingependelt. Die positivere Grundeinstimmung der Verbraucher zeigt sich auch an der deutlich nach oben geschnellten Laufleistungen der Fahrzeuge.

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Verändert hat sich auch der Käuferkreis: Die Fahrzeugkäufer waren 2010 etwas wohlhabender als noch 2009. Denn im vergangenen Jahr haben die Gebrauchtwagenkäufer 3,3 Monatsnettoeinkommen für ihren Wagen aufgebracht, gegenüber 3,6 im Vorjahr. Bei den Neuwagen lagen diese Werte bei 7,0 bzw. 7,2 Monatsnettoeinkommen.

Auch die durchschnittlichen GW-Preise haben sich deutlich erhöht. Dabei erzielt der Neuwagenhandel die höchsten Preise für seine Gebrauchtwagen. Im Privatmarkt werden naturgemäß die niedrigsten Preise für die Autos gezahlt.

Interessanterweise waren die Reparaturaufwendungen bei Gebrauchtwagen in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf, die beim GW-Handel deutlich gestiegen sind, beim Neuwagenhandel rückläufig.

Steigender Wartungsaufwand

Der Wartungsaufwand der Fahrzeuge ist 2010 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen. Die Vertragswerkstätten haben leicht zugelegt, während die Freien leichte Verluste hinnehmen mussten. Auch die Instandsetzungsreparaturen sind bedingt durch die gestiegene Laufleistung gestiegen. Diese Arbeiten werden zunehmend in freien Werkstätten durchgeführt. Insgesamt sind 2010 in Stückzahlen 80,1 Millionen Wartungs- und Reparaturarbeiten angefallen.

Dem Report zufolge macht das Autofahren immer noch über 80 Prozent der Befragten Spaß. Entsprechend wichtig ist ihnen nach wie vor das Auto. Neu aufgenommen im Report sind die Old- und Youngtimer. Der Serviceaufwand dieses Teilmarkts beträgt immerhin 750 Millionen Euro

Die rechnerischen Kosten der Mobilität stiegen 2010 von 315.000 auf 332.000 Euro verteilt auf die gesamte mobile Lebenszeit eines Verbrauchers. Wobei der Löwenanteil mit rund 50 Prozent auf den Kraftstoff, Versicherung und Steuern entfallen.

An E10 kommt die Branche nicht vorbei

Unabhängig vom Report war der Biokraftstoff Ethanol E10 ein Thema bei der Pressekonferenz. Wolfgang Michel, Chefredakteur der Fachzeitschrift »kfz-betrieb«, kommentierte die laufende Diskussion als den größten Marketing-Flop der Kraftstoffhersteller. DAT-Chef Volker Prüfer wies in diesem Zusammenhang auf die DAT-Liste hin. Er erläuterte, dass von den rund 30 Millionen Fahrzeugen mit Benzinmotoren auf den Straßen rund 90 Prozent E10-geeignet seien.

Immerhin hätten bereits mehr als 19 Millionen Fahrzeugnutzer die Daten der E-10 geeigneten Fahrzeuge direkt über die DAT oder über Dritte im Internet abgerufen. Der größte Teil der Autofahrer sei also inzwischen informiert. Prüfer stellte fest: „Die mangelnde Information ist nicht der Grund für die Zurückhaltung der Verbraucher.“

Der DAT-Report 2011 ist kostenlos zu beziehen unterdat-report@kfz-betrieb.de. Den DAT-Report 2011 als PDF-Download finden sie auf einerSonderseite von »kfz-betrieb ONLINE«.

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