DAT Report 2012: Preise steigen wieder

Autor Stephan Richter

2011 war für den Handel ein gutes Jahr. Steigende Preise für Neu- und Gebrauchtwagen sowie eine höhere Werkstattauslastung sorgten laut dem DAT-Report für einen Umsatz von 251,2 Milliarden Euro.

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Wolfgang Michel (Chefredakteur »kfz-betrieb«), Jens Nietzschmann (stv. Geschäftsführer DAT Group), Volker Prüfer (Geschäftsführer DAT Group) und Siegfried Trede (Abteilungsleiter DAT Group). (Foto: Richter)
Wolfgang Michel (Chefredakteur »kfz-betrieb«), Jens Nietzschmann (stv. Geschäftsführer DAT Group), Volker Prüfer (Geschäftsführer DAT Group) und Siegfried Trede (Abteilungsleiter DAT Group). (Foto: Richter)

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich 2011 die Neuwagenpreise in Deutschland um fünf Prozent erhöht, die für Gebrauchtwagen sogar um zehn Prozent. So lautet ein Ergebnis des DAT-Reports 2012. Waren 2010 noch die letzten Ausläufer der Umweltprämie für einen niedrigen Durchschnittswert der bezahlten Preise für Neu- und Gebrauchtwagen verantwortlich, so stiegen diese Werte 2011 wieder an: Gebrauchtwagenkäufer investierten im Durchschnitt 9.740 Euro in ihr Fahrzeug (2010: 8.790 Euro). Für Neuwagen ergibt sich ein durchschnittlicher Betrag von 27.390 (2010: 26.030 Euro).

In Summe konnte der Automobilhandel- und -service im vergangenen Jahr 251,2 Milliarden Euro umsetzen. Als großen Gewinner nannte Volker Prüfer, Geschäftsführer der DAT Group, die Privatverkäufe. „Besitzumschreibungen aus privater Hand haben von 2010 zu 2011 um 8,2 Milliarden Euro zugelegt. Freie Betriebe verzeichnen ein Plus von 4,2 Milliarden Euro, wohingegen der Umsatz der Fabrikatshändler um 0,7 Milliarden Euro zurückging.“

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Weniger Verschleißreparaturen

Im Servicegeschäft vermeldet der DAT-Report einen Rückgang der Verschleißreparaturen von 0,67 auf 0,62 Reparaturen pro Fahrzeug. Diese ließen die Fahrer aber vermehrt in Fachwerkstätten durchführen: Von sieben auf vier Prozent sank die Zahl der Arbeiten, die ein Fahrer selbst durchgeführt hat. Dafür stiegen die Werkstattbesuche im vertragsgebundenen Service auf 47 Prozent, die bei den freien Betrieben gingen um einen Prozentpunkt auf 42 Prozent zurück. Der geringere Aufwand für Verschleißreparaturen steht Prüfer zufolge im direkten Zusammenhang mit der sinkenden Laufleistung der Fahrzeuge: „Die Mobilitätskosten haben sich so stark erhöht, dass die Fahrer auch weniger Kilometer fahren.“

Autofahrer reduzieren ihre Mobilität

Die Kosten der Mobilität sind ein zentraler Punkt des DAT-Reports. Bei einem gleich bleibenden Preisniveau ergibt diese Auswertung für 2011 einen Betrag von 339.465 Euro, 2010 waren es noch 331.955 Euro. 2002, im Jahr der Euroumstellung, lag der Wert noch bei 289.320 Euro. „Der Autofahrer ist nach wie vor bereit, Geld für ein Auto auszugeben. Jedoch reduziert er seine Mobilität, da sich die Kosten schlichtweg erhöht haben“, gab Prüfer zu verstehen.

Garantieleistungen gehören zum Verkaufsgespräch

Bereits zum 38. Mal untersuchte die DAT das Kauf- und Nutzerverhalten von Autofahrern in Deutschland. Zum ersten Mal befasste sich die Studie dabei auch mit den Themen Gebrauchtwagen- bzw. Neuwagenanschlussgarantie sowie Service- oder Wartungsverträgen. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass 2011 nur neun Prozent aller Neuwagenkäufer eine Garantieverlängerung abgeschlossen haben. Dahingegen hatten 84 Prozent der beim Fabrikatshandel gekauften Fahrzeuge und 64 Prozent des freien Handels eine Gebrauchtwagengarantie. Leasingfahrzeuge verfügten zu 40 Prozent über einen Service- und Wartungsvertrag.

Der DAT-Report 2012 liegt der Ausgabe 16 von »kfz-betrieb« bei. Weitere Exemplare des Reports können Sie hier bestellen. Zur schnellen Verfügbarkeit steht der DAT-Report zudem als PDF-Download abrufbereit.

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