DAT-Report: Autokäufer gehen weniger „fremd“

Autor Martin Achter

Für den Handel zahlen sich die Anstrengungen in Sachen Kundenbindung anscheinend aus: Laut DAT-Report informierten sich Autokäufer 2014 deutlich weniger bei der Konkurrenz.

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(Foto: Michel)

Die Bemühungen des Fabrikatshandels um mehr Kundenbindung zeigen anscheinend Wirkung: Dem am Freitag in Berlin vorgestellten DAT-Report 2015 zufolge ging im vergangenen Jahr der Anteil der Neuwagenkäufer, der sich auch bei Händlern anderer Marken umschaute, spürbar zurück. 33 Prozent der Kunden, die sich ein neues Fahrzeug anschafften, informierten sich 2014 neben ihrem Markenhändler auch bei Händlern anderer Fabrikate. Im Jahr zuvor nahmen noch 51 Prozent der Neuwagenkunden Kontakt zu einem anderen Händler auf.

Besonders treu sind die Kunden deutscher Premiumhersteller: Von diesen gingen 2014 nur 27 Prozent „fremd“. Bei den deutschen Herstellermarken insgesamt lag der Anteil der Neuwagenkäufer, der auch bei der Konkurrenz vorbeischaute, bei 31 Prozent. Im Vergleich am wenigsten treu waren im vergangenen Jahr die Kunden bei Importfabrikaten. Von diesen informierten sich 36 Prozent auch bei Händlern anderer Fabrikate.

DAT-Report 2015: Kompendium der Kfz-Branche
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Im Schnitt kontaktierten Neuwagenkäufer neben dem Autohaus, bei dem sie am Ende einen Vertrag unterzeichneten, zwei weitere Händler. Im Vergleich zu den Vorjahren ging damit die Zahl der Kontaktaufnahmen zu anderen Händlern zurück (2012: 2,23; 2013: 2,23; 2014: 1,98).

Neben der Treue von Autokäufern zum Markenhändler analysierte der DAT-Report 2015 auch die langfristige Fabrikatstreue von Käufern. Ergebnis: Der Blick auf das Kaufverhalten fällt im DAT-Report 2015 etwas kritischer aus als der auf die Treue zum Händler.

45 Prozent kaufen die gleiche Marke wieder

Unter den Neuwagenkäufern, die ihr Fahrzeug 2014 durch ein neues ersetzten, kauften 45 Prozent nochmals das gleiche Modell oder einen Wagen der gleichen Marke. Hier nahm die Markentreue gegenüber dem Vorjahr leicht ab (2013: 47 %).

Bei den Gebrauchtwagenkäufern des vergangenen Jahres ging der Trend in die andere Richtung: 39 Prozent kauften das gleiche Modell oder die gleiche Marke. 2013 lag der Anteil bei 32 Prozent.

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Ein weiteres Highlight aus dem DAT-Report 2015: Käufer gaben im vergangenen Jahr erneut mehr Geld für ihre Autos aus. Neuwagenkunden ließen im Schnitt 28.330 Euro beim Händler. Dies waren 1.300 Euro oder 4,8 Prozent mehr als noch 2013. Der Durchschnittspreis für Gebrauchtfahrzeuge stieg analog um knapp 4,8 Prozent auf 9.870 Euro. Ein Treiber des Preisanstiegs war laut DAT der Anteil der Jungwagen am Gesamtmarkt. Dieser belief sich 2014 auf elf Prozent.

Der Fabrikatshandel baute 2014 seinen Anteil am Gebrauchtwagenmarkt aus: Die Markenhändler handelten im vergangenen Jahr 38 Prozent der Gebrauchtfahrzeuge. Dies entsprach einem Zuwachs um fünf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil des freien Handels ging von 24 auf 21 Prozent zurück. Der Privatmarkt stand 2014 für 41 Prozent des Gebrauchtwagengeschäfts.

Kostenlos online abrufbar

Der DAT-Report 2015 ist ab dem 4. Februar kostenlos unter www.dat-report.de abrufbar. Dort finden Sie auch frühere Ausgaben.

In gedruckter Fassung erscheint der DAT-Report, der als eines der wichtigsten Nachschlagewerke der Kfz-Branche gilt, erstmals mit der Ausgabe 8 von »kfz-betrieb« (Erscheinungsdatum: 20.2.2015). Die Gesamtauflage beträgt 110.000 Exemplare. Der Report wurde optisch und inhaltlich überarbeitet und um zahlreiche Grafiken erweitert.

Jens Nietzschmann, Sprecher der DAT-Geschäftsleitung, sagte bei der Präsentation, der DAT-Report sei aufgrund der Überarbeitung nun einfacher handzuhaben: „Er wurde neu strukturiert, ist deutlich umfangreicher als früher aber vor allem - und darauf sind wir besonders stolz - deutlich praxisgerechter nutzbar als in der Vergangenheit.“

Datengrundlage für den jährlich erscheinenden Report sind Umfrageergebnisse des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK. Für den DAT-Report 2015 befragte die GfK rund 2.600 Gebraucht- und Neuwagenkäufer sowie 1.400 Werkstattkunden.

Hinter der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) stehen der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, der Verband der Automobilindustrie und der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller als Träger. Aufgabe des 1931 gegründeten Unternehmens sind Marktforschung und Informationsdienstleistungen für die Automobilwirtschaft.

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