DAT-Report: Die Autos auf dem Hof locken die Käufer

Autor / Redakteur: Martin Achter / Andreas Grimm, Andree Stachowski

Das Fahrzeugangebot des Händlers wird wichtiger für die Kunden, das Internet stärker Informationsquelle. Positiv für den Handel ist zudem, dass die Interessenten mehr Geld verfügbar haben.

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(Foto: Michel)

Für den Autokauf hat das Fahrzeugangebot des Handels vor Ort für die Kunden an Bedeutung gewonnen. 52 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer im fabrikatsgebundenen Handel hätten im vergangenen Jahr das Internet ausschließlich zu Informationszwecken genutzt – nur 17 Prozent hätten tatsächlich aufgrund eines Onlineinserats ein Fahrzeug gekauft. Diese Erkenntnisse gehen aus dem DAT-Report 2014 hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Für 31 Prozent habe das Internet auf der Suche nach einem Gebrauchten überhaupt keine Rolle gespielt, heißt es weiter. „Das Angebot des Händler vor Ort ist kaufentscheidend“, lautet die Folgerung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT).

Damit hat die Bedeutung des Internets als bloßer Informationskanal bei der Fahrzeugsuche zugenommen. Zum Vergleich: 2012 nutzten noch 49 Prozent der GW-Käufer das Internet ausschließlich zu Informationszwecken. 19 Prozent hatten damals über ein Onlineinserat tatsächlich ein Fahrzeug gefunden und gekauft. 33 Prozent hatten sich damals überhaupt nicht via Internet informiert.

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In diesem Jahr erscheint der DAT-Report zum 40. Mal. Für die Untersuchung befragte das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK im Auftrag der DAT von Ende 2013 bis Anfang dieses Jahres jeweils um die 1.300 Neu- und Gebrauchtwagenkäufer sowie Werkstattkunden. Die gedruckte Auflage liegt erstmals bei 100.000 Exemplaren. Online ist der DAT-Report 2014 sowie frühere Ausgaben ab sofort kostenlos unter www.dat-report.de abrufbar.

Autokäufer haben mehr Geld zur Verfügung

Den Service des Handels bewerteten die Kunden 2013 als im Schnitt gut. Für die Fachkenntnisse des Verkaufspersonals vergaben Neuwagenkäufer im DAT-Report auf einer Skala von 1 („ausgezeichnet“) bis 5 („schlecht“) die Note 1,7. Für die Art und Weise der Verkaufsabwicklung gab es die Note 1,8, ebenso wie für das Bemühen um „reelle Beratung“. Weniger zufrieden waren die Kunden mit der Bereitschaft der Händler zur Hereinnahme von Vorwagen. Hier vergaben die Kunden die Note 2,2.

Gut für die Händler: 2013 hatten Autokäufer mehr Geld in der Tasche. Die Nettoeinkommen waren im vergangenen Jahr sowohl bei Neu- als auch Gebrauchtwagenkäufern höher als im Jahr zuvor. Neuwagenkäufer verfügten laut DAT-Report 2014 im Schnitt über monatlich 3.774 Euro (plus drei Prozent), Gebrauchtwagenkäufer über 2.840 Euro (plus vier Prozent).

Am Gebrauchtwagenmarkt zeigte sich laut DAT-Report auch, dass Autokäufer mehr Geld für ihre Fahrzeuge ausgaben. Im Markenhandel zahlten Endkunden für Gebrauchte im Schnitt 13.510 Euro (2012: 12.730 Euro). Das Fahrzeugalter lag hier bei 4,4 Jahren, die Laufleistung bei 58.000 Kilometern. Auf dem Privatmarkt lagen die Preise bei durchschnittlich 6.380 Euro (2012: 6.600 Euro), das Fahrzeugalter bei 7,3 Jahren, die Laufleistung bei 92.120 Kilometern.

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