DAT zum Diesel: „Weniger negative Impulse“

Markt auf dem Weg der Normalisierung

| Autor: Jens Rehberg

(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Zumindest im Gebrauchtwagenbereich gibt es offenbar Anzeichen, dass sich die Marktlage allmählich normalisieren könnte. So hat die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes ausgewertet, wonach im Mai wieder deutlich mehr Euro-5-Gebrauchte mit Selbstzünder den Besitzer wechselten als im Vormonat. Knapp fünf Prozent mehr GW-Käufer entschieden sich im Mai für einen Diesel-Pkw der Euro-5-Norm.

„Die negativen Impulse zum Diesel sind weniger geworden", sagt DAT-Geschäftsführer Jens Nietzschmann. „Die Gesamtsituation auf dem Gebrauchtwagenmarkt, die Wertverläufe und die Absichtserklärungen der Autokaufplaner lassen darauf hoffen, dass ein Stück Normalität im Markt Einzug hält", so Nietzschmann weiter. Dabei gründet sich sein Optimismus unter anderem auf Zahlen aus der jüngsten repräsentativen Verbraucherbefragung der DAT, wonach sich derzeit immerhin 13 Prozent der Autokaufplaner für einen Diesel entscheiden würden. Vor drei Monaten lag dieser Wert noch bei 11 Prozent.

Sogar noch etwas besser stellt sich die Entwicklung dar, wenn man allein die Befragten berücksichtigt, die bereits einen Diesel fahren. Unter dieser Personengruppe würde derzeit etwas mehr als ein Drittel erneut zu einem Diesel greifen (34 %) – vor drei Monaten waren es noch 29 Prozent.

Zudem geht die DAT davon aus, dass die Diesel-Nachfrage noch deutlicher ansteigen würde, wenn das Thema „drohende Fahrverbote“ vom Tisch und auch sonst die Rahmenbedingungen stabiler wären: 30 Prozent aller Befragten würden sich in diesem Fall für einen Diesel entscheiden. Im März lag dieser Wert noch bei 26 Prozent.

Außerdem zeigt die aktuelle DAT-Studie, dass die sogenannten Panik-Verkäufe im Zuge der Abgas-Affäre zurückgegangen sind. 28 Prozent der Befragten, die aktuell einen Diesel fahren, möchten ihren gegenwärtigen Pkw schnellstmöglich loswerden. Vor knapp einem Jahr lag dieser Wert noch bei 36 Prozent.

Allerdings stellten die Marktexperten der DAT auch fest, dass jeder dritte Autokaufplaner gerade seine Kaufentscheidung aufschiebt. Die anhaltende Diskussion um den Diesel sowie die Unsicherheit, wie es mit dem Thema „Fahrverbote“ weitergeht, machten den Verbrauchern Sorgen.

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