Datenmarktplatz: Und sie bewegen sich doch

Die Datenplattform Caruso für digitale Geschäfte im freien Reparaturmarkt (IAM) ist am 16. November online gegangen. Die anfangs kritischen Teilehandelshäuser des IAM stehen dem Thema zunehmend aufgeschlossen gegenüber.

| Autor: Frank Schlieben

Das Fahrzeugcockpit wird zur digitalen Serviceschnittstelle – mit Direktverbindung nicht nur zum Hersteller.
Das Fahrzeugcockpit wird zur digitalen Serviceschnittstelle – mit Direktverbindung nicht nur zum Hersteller. (Bild: ©chombosan - stock.adobe.com)

Man hatte lange den Eindruck, dass eine gute Idee zerredet wird, bevor sie auch nur ansatzweise umgesetzt ist. Die Datenplattform Caruso für den freien Reparaturmarkt drohte schon vor dem Start zu scheitern, weil viele derer, die die Branchenlösung einmal nutzen sollten, ihr Scheitern prophezeiten. Am 16. November ist die Plattform mit einem ersten Geschäftsmodell nun live gegangen. Und siehe da: Zum Kreis der Gesellschafter gehört neben der ATR-International AG nun auch die Carat-Gruppe aus Mannheim, eine der größten Teilehandelskooperationen im freien Reparaturmarkt. Beide Teilehandelsunternehmen haben sich als Gesellschafter in die Caruso GmbH eingekauft. Neuer Gesellschafter ist außerdem die Eucon-Gruppe, führender Anbieter von Marktinformationen für Fahrzeughersteller und Automobilzulieferer sowie Digitalisierungsexperte für Versicherungen und Real Estate.

Größter Gesellschafter ist nach wie vor die Tec-Alliance, aus der heraus Caruso im Mai 2017 gegründet wurde. Alexander Haid, Geschäftsführer Caruso, und Jürgen Buchert, Geschäftsführer Tec-Alliance, sind guter Dinge, dass sich die Gesellschafterzusammensetzung in absehbarer Zeit deutlich verändern wird. Zurzeit sprechen sie mit Versicherern, Teilehandelshäusern, Datendienstleistern und anderen Protagonisten des freien Reparaturmarktes. Sie alle eint die Angst, im digitalen Servicemarkt der Zukunft von den Geschäften und vor allem von den Kunden abgeschnitten zu werden. Denn der Service wird künftig direkt über das Display im Auto gebucht. „Das Fahrzeugcockpit wird der neue Point of Sale“, brachte es Frank Schlehuber, Direktor Aftermarket bei der Clepa, auf dem Partslife-Kongress im Juli auf den Punkt (wir berichteten).

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