Datensicherheit ist entscheidender Faktor für automatisierte Autos

Umfrage von Bitkom und VdTÜV

| Autor: Andreas Grimm

Daten im Auto sind ein sensibles Feld, im Umgang mit ihnen schwanken die Kunden zwischen Sicherheit und Nutzen.
Daten im Auto sind ein sensibles Feld, im Umgang mit ihnen schwanken die Kunden zwischen Sicherheit und Nutzen. (Bild: Skoda/Grimm)

Die Hoheit über die Daten, die in automatisiert fahrenden Pkw anfallen, soll bei den Fahrern beziehungsweise den Fahrzeugbesitzern liegen. Dieser Ansicht ist laut einer repräsentativen Studie des Digitalverbands Bitkom und des TÜV-Dachverbands (VdTÜV) die Mehrheit der Deutschen. Gleichzeitig machen sich die Bürger Sorgen um technische Fehlfunktionen und Hacker-Angriffe auf die Fahrzeuge.

Laut der Studie mit 1.238 Teilnehmern fordern die Befragten mehrheitlich, dass der Eigentümer des Fahrzeugs (69 %) beziehungsweise dessen Fahrer (57 %) entscheiden soll, wer die gesammelten Daten nutzen darf. Dabei ist es vielen Bürgern wichtig zu wissen, welche Daten erzeugt werden (83 %) und wer sie nutzt (93 %). Der dauerhafte Datenschutz steht für die Nutzer jedoch generell ganz oben auf der Agenda: 95 Prozent erwarten, dass die Systeme regelmäßig auf Datenschutz und Datensicherheit geprüft werden.

Gegen einen Mehrwert würde ein Teil der Befragten die Daten zur Verfügung stellen. 42 Prozent würden sie für Dritte freigeben, wenn damit etwa ein besserer Verkehrsfluss oder die Aufklärung von Straftaten gefördert werden kann. Und 27 Prozent wären zur Datenweitergabe bereit, wenn sie dafür einen individuellen Nutzen bekommen, etwa persönliche Verkehrsmeldungen. Nur 15 Prozent würden ihre Daten zur Verfügung stellen, ohne dies an Bedingungen zu knüpfen.

Egal für welchen Zweck müssen Daten gespeichert werden, um sie letztlich sinnvoll auswerten und nutzen zu können. Das größte Vertrauen, solche digitalen Plattformen zu betreiben, haben die Deutschen in unabhängigen Prüforganisationen wie TÜV oder Dekra (55 %). Mit deutlichem Abstand folgen Automobilclubs (11 %), staatliche Behörden (8 %) oder die Automobilhersteller (5 %).

Zwar müssen aus Sicht von Joachim Bühler, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV, „die Potenziale von Vernetzung und Digitalisierung müssen unbedingt genutzt werden, um multimodale und umweltschonende Mobilitätsprogramme zu schaffen“, entscheidend für deren Akzeptanz ist jedoch die Systemsicherheit. Der Datenaustausch muss für 91 Prozent der Befragten unterbrechungsfrei funktionieren, zudem soll die Technik ausgereift (87 %) oder topaktuell (82 %) sein. Auch dass die Technologie gegen Angriffe von außen abgesichert ist, ist für die große Mehrheit ein dringliches Anliegen (79 %).

Autonomes Fahren situationsbedingt gewünscht

Trotz aller Vorbehalte wegen der Datensicherheit wollen die Befragten die Annehmlichkeiten der Technik dennoch gerne nutzen. Drei Viertel der Befragten wünschen sich, dass das Auto zumindest in bestimmten Situationen selbstständig fährt. Vor allem beim Ein- und Ausparken und in Stau-Situationen sind die Helfer begehrt. Weniger häufig wird autonomes Fahren im fließenden Verkehr auf der Autobahn (28 %) oder auf der Landstraße (18 %) gewünscht. Auch der Eigenkompetenz in kritischen Verkehrssituationen geben die Befragten noch den Vorzug: Nur 17 Prozent hätten autonome Systeme gerne, um einen Unfall zu vermeiden.

Den Durchbruch für autonome Autos erwartet die Mehrheit der Bundesbürger in spätestens 20 Jahren. Sie erwarten, dass in Deutschland dann pro Jahr mehr selbstfahrende als herkömmliche Autos zugelassen werden. Allerdings befürchten immerhin 42 Prozent der Befragten hohe Kosten, damit die neue Technik ins Laufen kommt. Wohl nicht ganz zu unrecht. „Damit Deutschland bei vernetzter Mobilität und beim autonomen Fahren eine Führungsrolle übernehmen kann, müssen wir massiv in eine digitale Infrastruktur investieren“, erwartet Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

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