Defekte nach Abgas-Umrüstung: VW verspricht Kulanz

Drei Viertel der betroffenen Fahrzeuge in Deutschland umgerüstet

| Autor: dpa

(Bild: VW)

Volkswagen will mögliche Defekte im Zusammenhang mit der Umrüstung der von der Abgas-Affäre betroffenen Dieselautos zwei Jahre lang kostenlos beheben. Es seien zwar bislang keine solchen Probleme bekannt, sagte ein VW-Sprecher am Mittwoch. Sollten aber doch Defekte auftreten, will der Autobauer diese prüfen lassen. VW verspricht dann von Fall zu Fall „kunden-individuelle Lösungen“. Das Unternehmen informiert dem Sprecher zufolge bereits seit Anfang Juni über die Kulanzregelung.

„Das ist keine Garantie, sondern eine vertrauensbildende Maßnahme“, betonte der Sprecher. Für VW-Kunden heißt das: Wenn VW sich weigert, ein Problem zu beheben, müssten die Kunden im Streitfall vor Gericht beweisen, dass ein möglicher Defekt durch die Umrüstung verursacht wurde. Die „vertrauensbildende Maßnahme“ gelte auch für Kunden, die ihr Auto bereits umgerüstet haben bis zu zwei Jahre nach dem Software-Update.

EU-Justizkommissarin Vera Jourová sprach gegenüber der Zeitung „Die Welt“ von einem Erfolg. Es gebe nun eine „De-Facto-Extragarantie“ auf Bauteile, die von der Reparatur betroffen sind. „Natürlich ist das noch immer nicht vergleichbar mit der Situation in den USA“, sagte sie. „Trotzdem sind wir nun näher an einem fairen Umgang mit den EU-Konsumenten als im vergangenen September, als wir unseren Dialog starteten.“

In Deutschland sind dem VW-Sprecher zufolge etwa drei Viertel der 2,5 Millionen betroffenen Autos bereits umgerüstet. VW hatte mithilfe einer Software dafür gesorgt, dass Millionen Dieselautos auf dem Prüfstand deutlich weniger Stickoxid ausstoßen als sie das unter normalen Umständen tun würden.

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