Dekra: Eco-Technik allein reicht nicht

Eco-Technik plus Eco-Fahrweise spart am meisten

12.04.2010 | Autor: Konrad Wenz

Sachverständige von Dekra Automobil haben bei Verbrauchsmessfahrten ermittelt, wie stark Eco-Autos den Verbrauch unter Praxisbedingungen senken. Knapp acht Prozent sind möglich, so das Fazit der Tester. Fahrer, die ihren Verbrauch deutlich verringern wollen, müssten die Technik vor allem clever einsetzen und grundsätzlich Kraftstoff sparend fahren.

„Dem Elektroauto gehört die Zukunft. Es wird jedoch auf absehbare Zeit für den Alltagsgebrauch noch nicht bezahlbar sein“, sagte Clemens Klinke, Mitglied des Vorstands der Dekra AG und Leiter der Business Unit Dekra Automotive, auf der Messe Auto Mobil International (AMI) in Leipzig. Zudem fehle die notwendige Infrastruktur, sodass „die Mobilität im kommenden Jahrzehnt noch im Wesentlichen vom Verbrennungsmotor und Hybriden getragen“ wird.

Die rückläufigen Rohölressourcen, die Anforderungen des Klimaschutzes sowie insgesamt steigende Spritpreise würden den Autofahrer zwingen, deutlich sparsamer mit Kraftstoff umzugehen. Dies verlange ein grundlegendes Umdenken und mehr Effizienz im Umgang mit der wertvollen Ressource Kraftstoff, insbesondere durch den breiteren Einsatz von Eco-Technik und verbrauchsoptimierter Fahrweise.

Auch die Einführung von Wechselkennzeichen für abgasarme, umweltfreundliche Zweitwagen oder Elektroautos würde, nicht zuletzt aufgrund ihrer Flexibilität und Verbraucherfreundlichkeit, wichtige Impulse für eine schnellere Verbreitung umweltfreundlicher Autos geben, so Klinke.

Vergleich unter Alltagsbedingungen

Um das Potenzial für Verbrauchseinsparungen mit derzeit am Markt verfügbaren Fahrzeugen zu ermitteln, nahm Dekra das Verbrauchsverhalten von Eco-Autos und Standardmodellen bei Verbrauchsmessfahrten unter Alltagsbedingungen unter die Lupe. Die Eco-Varianten hatten folgende derzeit verfügbaren Spritspartechniken an Bord: Start-Stopp-Automatik, längere Achs- und Getriebeübersetzung, optimierte Kraftstoffeinspritzung, Downsizing des Motors, Schaltpunktanzeige und verbesserte Aerodynamik mit Unterbodenverkleidung, geschlossener Kühlergrill, tiefer gelegte Karosserie und optimierte Frontschürze.

Die Stuttgarter schickten bei den Testfahrten drei Modelle jeweils in einer Eco- und Standardausführung zur gleichen Zeit auf die gleiche Strecke: Opel Insignia, Mercedes S-Klasse und VW Passat. Beim Opel Insignia standen sich das Eco-Modell 2.0 CDTI ecoFlex und der normale 2.0 CDTI ecoTEC (beide 118 kW) gegenüber, in der Mercedes S-Klasse traten der S 400 Hybrid (205 + 15 kW / 385 Nm) und der S 350 (200 kW / 350 Nm) gegeneinander an, beim VW Passat trafen der 1.6 TDI Blue Motion (77 kW) und der 2.0 TDI (81 kW) aufeinander.

Als Fahrstrecke wählten die Sachverständigen einen 114 Kilometer langen Rundkurs um Stuttgart mit einem Höhenunterschied von insgesamt 1134 Metern. Der Kurs wurde so gewählt, dass er jeweils zu ca. einem Drittel durch Stadtverkehr, über Landstraßen sowie Autobahnen führte. Bei allen Fahrten verbrauchten die Eco-Modelle weniger Kraftstoff als die Standardausführungen. Allerdings fiel die Differenz geringer aus als vom Hersteller in den EG-Verbrauchswerten angegeben. Der Verbrauchsvorteil der Eco-Versionen betrug 0,3 l, 0,4 l und 0,7 l pro 100 km; das entspricht 5,4 und zweimal 7,7 Prozent.

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