Dekra: Elektronik rettet Menschenleben

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Aktive Sicherheitssysteme bieten laut Dekra enormes Potenzial, um Unfälle zu vermeiden. Vor allem Fußgänger könnten von diesem Sicherheitsgewinn profitieren.

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Fahrerassistenzsysteme sollen die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland reduzieren.
Fahrerassistenzsysteme sollen die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland reduzieren.
(Dekra)

520 Fußgänger kamen im vergangenen Jahr auf Deutschlands Straßen ums Leben – das sind knapp 15 Prozent aller Verkehrstoten. Betrachtet man die gesamte EU, so machen getötete Fußgänger mehr als 20 Prozent aller Todesopfer im Straßenverkehr aus. „Diese Zahlen zeigen das Verbesserungspotenzial in Sachen Verkehrssicherheit gerade mit Blick auf die Fußgänger“, sagt Clemens Klinke, Mitglied des Dekra-Vorstands und verantwortlich für den Geschäftsbereich Automotive. „Für sie ist ein Schutz durch passive Sicherheitsausstattung von Fahrzeugen nur begrenzt möglich. Insofern spielen aktive Sicherheitssysteme hier eine besonders große Rolle.“

Die Stuttgarter Prüf- und Sachverständigenorganisation hat den Vorsitz des im Jahr 2009 gegründeten Arbeitskreises „VFSS – vorausschauende Frontschutzsysteme“, in dem sich erstmals alle deutschen und einige ausländische Autohersteller, die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) sowie die Versicherungswirtschaft zusammengefunden haben.

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„Viele Autohersteller arbeiten an Systemen, die querende Fußgänger erkennen, einen unachtsamen Fahrer davor warnen und notfalls das Fahrzeug abbremsen können“, erklärt Klinke. Einige solcher Assistenzsysteme würden auf der IAA präsentiert. Ziel müsse es sein, die Marktdurchdringung derartiger Systeme von der Luxusklasse in die Volumenmodelle so schnell wie möglich voranzutreiben.

Nicht zuletzt um diesen Prozess zu beschleunigen, hat der Arbeitskreis „vFSS“ objektive und international beachtete Verfahren entwickelt, um Systeme zum Fußgängerschutz zu testen. Die erste Testanlage, die gezielt auf diese Anforderungen zugeschnitten ist, hat Dekra im Sommer 2013 am „Dekra Automobil Test Center“ (DATC) im brandenburgischen Klettwitz eröffnet.

Die Anlage kann praktisch alle denkbaren Gefahrensituationen abbilden. Damit Fahrzeug und Dummy beim Test unbeschädigt bleiben, wird der Dummy Sekundenbruchteile vor der Kollision zur Seite gezogen. Ob das jeweilige Assistenzsystem Fußgänger mit Radar-, Lidar-, Infrarot- oder Videotechnik oder mit einer Kombination unterschiedlicher Sensoren erkennt, spielt für die Testanlage keine Rolle. Dekra ist zurzeit die einzige Expertenorganisation, die eine solche Anlage besitzt.

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