Dekra-Konzern wächst um 6,5 Prozent

Autor / Redakteur: Andreas Grimm/Konrad Wenz / Andreas Grimm

Der Prüfkonzern Dekra wird im Geschäftsjahr 2009 den Umsatz deulich erhöhen. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt die Automobilsparte durch Zukäufe und die Internationalisierungsstrategie.

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Die Überwachungsorganisation Dekra hat ihren Umsatz trotz des konjunkturell schwierigen Umfelds im Geschäftsjahr 2008/2009 nach den vorläufigen Zahlen um 6,5 Prozent erhöht. Ursache für das Wachstum ist zum einen der Zukauf von Unternehmen und zum anderen die seit Jahren andauernde Internationalisierung des Unternehmens.

Im Geschäftsjahr 2009 stieg der Umsatz nach Angaben des Unternehmens auf rund 1,7 Milliarden Euro. Zu dem Wachstum hätten alle Geschäftseinheiten beigetragen, sagte Vorstandsmitglied Roland Gerdon bei der Vorstellung des Geschäftsberichts in Stuttgart. Die Zahl der Beschäftigten sei um 1.000 auf rund 21.000 gestiegen, so Gerdon weiter. „Jetzt zahlt sich aus, dass wir unser Unternehmen wetterfest gemacht und konsequent auf Wachstum ausgerichtet haben.“

Deutliches Plus im Fahrzeuggeschäft

Ein überdurchschnittliches Wachstum verzeichnete Dekra im Automobil-Sektor. Weltweit habe der Unternehmensbereich Automotive Services den Umsatz um acht Prozent auf über eine Milliarde Euro erhöht. Im Bereich der Fahrzeugprüfungen habe Dekra im laufenden Jahr die Position leicht ausbauen können, sagte Gerdon ohne Zahlen zu nennen. International erwarte der Prüfspezialist ein Umsatzplus in diesem Bereich um 37 Prozent.

Beigetragen zu dem Wachstum im Automobilbereich hat der Kauf der kleinen Prüfgesellschaft GKK, die der Dekra Automobil GmbH einen besseren Zugang zu Flotten- und Leasingkunden eröffnet habe. Im Tätigkeitsfeld Homologation und Typprüfung sei die Zusammenarbeit mit den Herstellern zudem intensiviert worden, etwa mit Crachtests im Zuge der Entwicklung von Brennstoffzellenfahrzeugen.

Weitere Zukäufe sind denkbar

Der Manager schloss weitere Zukäufe im nächsten Jahr nicht aus. „Ich bin zuversichtlich, dass es uns auch im bevorstehenden Geschäftsjahr gelingen wird, den Konzern weiter auszubauen und erneut Wachstum zu generieren.“ Akquisitionen in diesem Jahr gab es unter anderem in Brasilien und den Niederladen. 2008 hatte Dekra bereits 15 Unternehmen übernommen und dabei unter anderem in Brasilien, Frankreich und Russland zugekauft. Als mittelfristiges Ziel wurde ein Auslandsanteil am Konzernumsatz von 50 Prozent ausgerufen.

Gerdon hatte kurzfristig die Geschäftsführung des Stuttgarter Prüfkonzerns übernommen, nachdem Dekra-Chef Klaus Schmidt am Mittwoch überraschend aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war. Über einen Nachfolger des 51-Jährigen, der seit 2003 Vorstandsvorsitzender der Dekra AG war und seit 1996 im Top-Management des Unternehmens saß, soll in Kürze entschieden werden.

Ein weiteres wichtiges Standbein der Dekra sind die industriellen Prüfdienstleistungen und Zertifizierungen. In Deutschland hat das Unternehmen drei Geschäftsbereiche zur neuen Dekra Industrial GmbH zusammengefasst. „Die neue Gesellschaft vereint unsere Kompetenzen insbesondere in den Bereichen Maschinen- und Anlagenprüfung, Energie- und Chemie sowie Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz“, erklärte Gerdon. Im Jahr 2010 erwartet Gerdon von der Gesellschaft etwa 500 Millionen Euro Umsatz. In diesem Jahr werden die rund 700 Mitarbeiter des neuen Bereichs rund 65 Millionen Euro erwirtschaften.

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