Dem Verbrennungsmotor droht ein Nischendasein

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Benzin- und Dieselaggregate dominieren weltweit den Automobilantrieb. Doch mittelfristig wankt die Vormachtstellung. Schon jetzt ist klar, dass 50 Prozent der Weltproduktion langfristig nicht mehr von Verbrennern angetrieben werden.

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Lang erforscht, entwickelt, verbessert: der Verbrennungsmotor. Doch die Zeit für die Technologie scheint weltweit abzulaufen.
Lang erforscht, entwickelt, verbessert: der Verbrennungsmotor. Doch die Zeit für die Technologie scheint weltweit abzulaufen.
(Foto: Daimler)

Mitte des Jahrhunderts könnten Autos mit Verbrennungsmotor nahezu von den Straßen der großen Industrienationen verschwunden sein. Nach zahlreichen anderen Ländern hat nun auch Dänemark angekündigt, künftig keine Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotoren mehr zulassen zu wollen. Der Verkaufsstopp soll 2030 in Kraft treten. Weltweit zählen die Skandinavier damit zwar zu den Frühstartern, nicht aber zu den Ausnahmen, wie aus einer Studie der Unternehmensberatung Berylls hervorgeht.

In Westeuropa zählen einige Staaten zu den Vorreitern des Verbrenner-Banns: In Norwegen soll bereits 2025 Schluss sein mit fossilen Kraftstoffen, die Niederlande terminieren ihren Ausstieg auf 2030, ebenso Irland und Island. Frankreich und Großbritannien haben das Aus für 2040 angekündigt, Deutschland für 2050. Dazu hat sich die Bundesregierung auf dem Pariser Klimagipfel 2015 verpflichtet.

Wohl noch viel entscheidender: In China und Indien sollen bereits ab 2030 nur noch E-Autos zugelassen werden, in den USA haben ebenfalls verschiedene Staaten ein Verbrennerverbot für 2050 angekündigt. Kalifornien will bereits zehn Jahre früher keine Autos mit konventionellem Antrieb mehr zulassen.

Insgesamt ist von den Verboten ein Neuwagenvolumen von gut 47 Millionen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen betroffen, wie die Berylls-Experten auf Basis der aktuellen Verkaufszahlen berechnet haben – rund die Hälfte der weltweiten Neuzulassungen. Relevante Märkte ohne angekündigten Verkaufsstopp sind unter anderem Japan, Südkorea, Russland, Südamerika und Afrika.

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