ZDK Den Infektionsschutz der Gartencenter erreichen auch die Autohäuser

Autor / Redakteur: Nick Luhmann / Doris Pfaff

Das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe fordert mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch eine schnelle Öffnung des stationären Autohandels. Die Branche zeige seit Monaten in den Werkstätten, dass sie Hygienekonzepte beherrsche. Das funktioniere auch für die Verkaufsflächen.

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ZDK-Präsident Jürgen Karpinski fürchtet, dass durch einen länger andauernden Lockdown das Frühjahrsgeschäft stark gefährdet wird.
ZDK-Präsident Jürgen Karpinski fürchtet, dass durch einen länger andauernden Lockdown das Frühjahrsgeschäft stark gefährdet wird.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Am Mittwoch, 3. März, wollen Bund und Länder beraten, wie und ob Öffnungen möglich sind. Wie berichtet haben einige Länder bereits erste Lockerungen zugelassen, unter anderem für Gartencenter und Baumärkte. Rheinland-Pfalz und das Saarland erlauben auch das Shoppen mit Terminvereinbarung im Einzelhandel. Geht es nach dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), sollen die Schauräume unverzüglich allgemein wieder öffnen.

„Große Flächen, im Verhältnis dazu geringe Kundenfrequenz, bewährte Hygienekonzepte, Beratung mit Termin – der Automobilhandel hat beste Voraussetzungen für eine Wiedereröffnung. Es gibt für uns keinen erkennbaren Grund, warum Autohändler anders behandelt werden sollen als Baumärkte oder Blumenläden“, teilte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski mit. „Was im Service- und Werkstattbereich funktioniert, das lässt sich problemlos auf den Fahrzeugverkauf übertragen.“

Der ZDK betonte, dass selbstverständlich die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern auch im Autohandel im Vordergrund stehe, wenn dieser wieder öffne. Deshalb plädiere der Verband dafür, intelligente Systeme zur Infektionserkennung und -rückverfolgung einzuführen. Dazu gehören unter anderem Schnell- und Selbsttests. Ganz entscheidend sei es aber auch, das Tempo beim Impfen zu erhöhen.

Karpinski: Frühjahrsgeschäft droht den Bach runterzugehen

„Der Automobilhandel ist besonders auf das Frühjahrsgeschäft angewiesen“, machte der ZDK-Präsident deutlich. „Nun droht es wieder den Bach runterzugehen – das wäre das zweite Mail in zwölf Monaten. Bleiben die Händler auf bestellten Autos sitzen, reden wir hier bundesweit über drohende finanzielle Belastungen in Milliardenhöhe. Die Substanz ist bei vielen Händlern aufgezehrt. Wir brauchen jetzt ein starkes Signal für die Wiedereröffnung, und das möglichst einheitlich bundesweit. Regionale Insellösungen tragen eher zur weiteren Verunsicherung der Menschen bei.“

Nicht nur den Kfz-Betrieben, sondern auch der gesamten Lieferkette der Automobilwirtschaft mit ihren 1,3 Millionen Beschäftigten drohe ein verheerender Schaden, wenn der Lockdown erneut verlängert werden sollte.

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