Audi Der A1 steht auf der Kippe

Autor: Christoph Seyerlein

Audi-Chef Markus Duesmann krempelt den Ingolstädter Hersteller weiter um. Künftig soll sich die VW-Tochter auf größere Modelle konzentrieren. Dem könnte der A1 zum Opfer fallen. An anderer Stelle könnte die Marke ihr Portfolio aber auch erweitern.

Audi will sich auf größere Fahrzeuge konzentrieren. Der A1 könnte diesen Plänen zum Opfer fallen.
Audi will sich auf größere Fahrzeuge konzentrieren. Der A1 könnte diesen Plänen zum Opfer fallen.
(Bild: Audi)

Laut „Wirtschaftswoche“ arbeitet Audi an einem Zeitplan für den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor. Für jedes Werk würden Zeiträume festgelegt, abhängig vom Markterfolg der Elektroautos. Spätestens 2035 wolle Audi nur noch Autos mit E-Motor anbieten.

Auf der Kippe steht der Kleinwagen A1. In diesem Segment sei der VW-Konzern gut vertreten. „Das wird auf jeden Fall diskutiert“, sagte Audi-Chef Markus Duesmann. Audi werde sich auf größere Fahrzeuge konzentrieren: „Wir werden nicht nur eine Verschiebung nach oben haben, sondern in jedem Segment Highlights setzen.“

Mit dem A1 als Einstiegsmodell wollte sich Audi seit 2010 einen Zugang zu einer jüngeren und nicht ganz so zahlungskräftigen Zielgruppe schaffen. Das ist der Marke auch teils gelungen, die A1-Kundschaft ist im Schnitt jünger als andere Audi-Fahrer. Zudem sind mehr Frauen unter ihnen.

In den vergangenen Jahren ebbte die Nachfrage nach dem Modell zumindest in Deutschland aber immer weiter ab. Sein bestes Jahr hierzulande hatte der A1 2012 mit 29.446 Neuzulassungen. Danach waren die Zahlen fast durchgehend rückläufig. 2019 lagen sie trotz neuer Generation (seit 2018) bei 18.503 Einheiten. Die endgültigen Zahlen für 2020 liegen noch nicht vor, zwischen Januar und November schaffte der A1 in Deutschland – auch aufgrund der Corona-Krise – gerade einmal 12.542 Neuzulassungen und damit noch einmal 27 Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt 2019.

Mit dem Entwicklungs-Projekt „Artemis“ will Duesmann ein völlig neues Bordnetz für viele Fahrzeuge im VW-Konzern schaffen und E-Autos schnell an den Start bringen. Das erste Artemis-Modell soll ein Audi sein und 2024 auf den Markt kommen. Duesmann sagte, dabei gehe es um „hoch und vollautomatisiertes Fahren und ein neues Raumgefühl“: Das sei der Luxus der Zukunft.

Gibt es bald ein Motorrad von Audi?

Duesmann, der privat über 20 Motorräder besitzt, denkt auch über einen Einstieg der Marke Audi in den Motorradmarkt nach. „Vielleicht wird Audi ein Zweirad im Angebot haben. Mit der Marke DKW hat unser Unternehmen eine große Zweiradgeschichte“, sagte er. „Außerdem haben wir das Unternehmen Ducati, das zu Audi gehört.“

Auch zur Diskussion um ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen äußerte sich der Audi-Chef. „Ein Tempolimit hat einen CO2-Effekt, das lässt sich nicht wegdiskutieren“, sagte Duesmann. Er würde das „nicht begrüßen“, denn „intelligente, vernünftige Lösungen“ seien besser als Verbote: „Zum Beispiel bieten Digitalisierung und Verflüssigung des Verkehrs noch enorme Einsparpotenziale“, sagte der Audi-Chef, der zugleich Technik-Vorstand des Volkswagen-Konzerns ist. „Ich freue mich nicht auf ein Tempolimit, aber ich glaube, dass es kommen wird.“

Mit Material von dpa

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«