Betriebskosten Der aussterbende Gas-Antrieb kommt Autofahrer am günstigsten

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Gerade beim Kauf eines Kleinwagens sind finanzielle Fragen ein entscheidendes Kriterium, speziell die Betriebskosten. Beim Test von fünf Fahrzeugen überzeugt der Erdgas-Antrieb. Das Elektromodell kann nur unter einer bestimmten Voraussetzung mithalten.

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Autofahrer, die sich für einen Gasantrieb entscheiden, fahren immer noch am günstigsten.
Autofahrer, die sich für einen Gasantrieb entscheiden, fahren immer noch am günstigsten.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Mit der Anschaffung eines Erdgasantriebs (CNG) liegen Sparfüchse beim Neuwagen noch immer richtig. Laut einer Testreihe der Zeitschrift „Auto Straßenverkehr“ kommt der VW Polo TGI den Fahrer in den meisten Analysereihen am günstigsten oder er liegt nur minimal zurück auf Platz zwei. Speziell bei den reinen Betriebskosten ohne den Einbezug des Wertverlusts liegt der Polo mit Gasantrieb vorn.

Getestet wurden fünf Kleinwagen mit fünf unterschiedlichen Antriebsaggregaten: Ford Fiesta 1.0 Ecoboost, Opel Corsa 1.5 Diesel, Peugeot 208 E, Toyota Yaris Hybrid und der VW Polo 1.0 TGI. Dazu haben die Tester den Verbrauch bei defensiver und flotter Fahrweise gemessen und die Kosten je nach Jahreskilometerleistung berechnet.

Unter dem Strich sind die Abweichungen der monatlichen Kosten zwischen den Antriebsarten meistens nicht besonders hoch. Wer weniger als 15.000 Kilometer im Jahr unterwegs ist, muss inklusive Wertverlust im Falle des Ford-Benziners mit 375 Euro pro Monat kalkulieren, der Fahrer mit Gasantrieb gerade mal einen Euro mehr. Der Peugeot E-208 schlägt mit 382 Euro monatlich zu Buche, gefolgt vom Diesel (388 Euro) und dann mit doch deutlichem Abstand der Plug-in-Hybrid (415 Euro).

Vor diesem Hintergrund ist es für sparsame Autokäufer langfristig tragisch, dass die Erdgas-Technik in den kommenden Jahren weiter zurückgedrängt wird. Mit der Ankündigung des Volkswagenkonzerns, keine Gas-Modelle mehr zu entwickeln, dürfte diese Antriebsart langfristig immer weiter in der Nische verschwinden. Noch sind die Gas-Modelle von VW, Skoda und Seat aber noch recht jung in ihrem Lebenszyklus.

Deutlicher Vorteil bei den laufenden Kosten

Unterstellt man aber, dass die Wahl einer Antriebsart eine bewusste Entscheidung ist, in die auch andere Faktoren hineinspielen, und für den Fahrer langfristig die Betriebskosten ohne Wertverlust entscheidend sind, liegt der Gasantrieb recht deutlich vorn. Mit geringem Abstand auf Platz zwei liegt dann bereits das E-Modell von Peugeot, gefolgt (mit etwas größerem Abstand) von Benziner, Hybrid und Diesel.

Allerdings schlägt sich der E-Peugeot nur deshalb achtbar, weil die Tester angenommen haben, dass das Auto an der heimischen Wallbox geladen wird, zu einem Preis von 29 Cent pro Kilowattstunde. Wer Laternenparker und deshalb auf öffentliche Ladepunkte angewiesen ist, zahlt oft das Doppelte – dann ist das E-Auto nicht mehr konkurrenzfähig. Speziell für Vielfahrer, die häufiger unterwegs zu höheren Kosten nachladen müssen, wird das E-Auto dann zunehmend unattraktiv, während die Gasvariante mit jedem Kilometer rentabler unterwegs ist.

Zugrunde gelegt hatten die Tester bei der Kostenberechnung die Listenpreise der Modelle abzüglich der derzeitigen staatlichen Zuschüsse (E-Auto-Prämien) und der üblichen Rabatte. Das heißt, ohne die aktuelle Elektroauto-Förderung würde der E-Peugeot unter Berücksichtigung des Wertverlustes deutlich teurer kommen.

Allgemeine Konkurrenzfähigkeit des E-Antriebs dauert noch

Ohne die spezielle Förderung wird es auch nach Ansicht von Matthias Zink, Automotive-Chef des Automobil- und Industriezulieferers Schaeffler, auch noch mehr als fünf Jahre dauern, bis Elektroautos preislich konkurrenzfähig zu herkömmlichen Verbrennern sein werden. Der wachsende Absatz von Elektroautos ist aus seiner Sicht vor allem den hohen Kaufprämien geschuldet, sagte er im Gespräch mit „Auto Motor und Sport“ (Ausgabe 26 vom 3. Dezember).

Aus seiner Sicht wird sich die Technik nur durchsetzen, wenn neben dem Preis auch die Infrastruktur stimmt: „Gibt es genügend Ladepunkte, sinkt die Ladezeit, ist die richtige Infrastruktur da“, seien entscheidende Fragen, die stimmig beantwortet sein müssten, „damit eine Kaufentscheidung des Endkunden dauerhaft in Richtung E-Mobilität geht“.

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