Rückblick Der Autoreifen: eine lange Geschichte

Von kfz-betrieb Archiv

Es gab zahlreiche, bahnbrechende Erfindungen in den letzten 135 Jahren Automobil. Der luftgefüllte Gummireifen war eine davon. Er war ein entscheidender Faktor auf dem Weg zur Alltagstauglichkeit der Vehikel.

So sah die Innenausstattung eines Reifenhändlers in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts aus.
So sah die Innenausstattung eines Reifenhändlers in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts aus.
(Bild: Goodyear)

Die meisten Automobilzulieferer fristen ihr Dasein im Verborgenen. Kaum ein Autofahrer kennt ihre Namen – ganz gleich, wie wichtig die Teile sind, die sie herstellen. Bei den Reifenherstellern ist das anders. Sie spielten schon immer eine Sonderrolle: Continental, Dunlop, Goodyear, Michelin und Pirelli kennt praktisch jeder Autofahrer. Alle diese Marken sind schon seit den Anfangstagen der Motorisierung dabei – andere, vor allem japanische, kamen später dazu. Und wieder andere sind inzwischen ganz verschwunden oder sie haben sich aus dem Reifengeschäft zurückgezogen – die Gummiwerke Phoenix beispielsweise.

Tatsache ist, dass der luftgefüllte Autoreifen die Massenmotorisierung erst möglich gemacht und kräftig gefördert hat. Während dabei früher irgendwelche Tüftler mit Fantasie, einfachsten Experimenten und wenig Aufwand mitunter erstaunliche Ergebnisse erzielten, sind heute wissenschaftliche Methoden, Computerprogramme und hochkarätige Spezialisten notwendig (Mathematiker, Physiker, Chemiker, Ingenieure vieler Fachrichtungen), um einen Reifen zu konzipieren und zu fertigen. Traktion und Seitenführung waren unwichtig Zur Pionierzeit, um die Jahrhundertwende, war man schon zufrieden, wenn ein Reifen wenigstens ein paar Hundert Kilometer hielt und ohne Panne auskam. Traktion, Seitenführung, Fahrstabilität waren keine relevanten Begriffe, Rutschfestigkeit schon eher. Mit Aquaplaning hatten die schmalen Pneus, zumal bei den geringen Geschwindigkeiten, dagegen nicht zu kämpfen.