Mercedes C-Klasse Der Bestseller bleibt ohne BEV

Autor: Christoph Seyerlein

Die C-Klasse hat zuletzt beim Absatz schwer gelitten. Nun kommt die fünfte Generation. Punkten soll sie mit mehr Luxus. Einen Elektro-Ableger wie andere wichtige Mercedes-Modelle bekommt das Auto aber nicht.

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Die neue C-Klasse geht zwar elektrifiziert, aber ohne reines Elektro-Modell an den Start.
Die neue C-Klasse geht zwar elektrifiziert, aber ohne reines Elektro-Modell an den Start.
(Bild: Mercedes-Benz)

Seit fast 40 Jahren und in bisher vier Generationen baut Mercedes die C-Klasse. Was die Verkaufszahlen angeht, ist der in den 80er-Jahren noch als „Baby-Benz“ geschmähte Klassiker aus Bremen zum wichtigsten Modell des süddeutschen Autobauers avanciert. Allein von der seit 2014 bis heute gebauten Generation 4 konnte Mercedes mehr als 2,5 Millionen Exemplare weltweit absetzen. Jetzt steht der Nachfolger in den Startlöchern.

Und den kann Mercedes auch gut gebrauchen. Denn die C-Klasse hat zuletzt schwer gelitten. Beispiel Deutschland: Lag das Modell hierzulande im Jahr 2019 mit 64.403 Neuzulassungen markenübergreifend noch auf Platz drei der Pkw-Bestsellerliste, fiel es 2020 mit 41.651 Einheiten (-35,3 %) aus der Top 10.

Im Mittelklasse-Segment rutschte die C-Klasse im vergangenen Jahr von Platz eins auf Platz drei ab hinter den VW Passat (60.904 Neuzulassungen) und den BMW 3er (47.273). Auch beim Marktanteil in der Mittelklasse hat das Modell stark eingebüßt: 2019 erreichte die C-Klasse hierzulande noch 17,5 Prozent, 2020 nur noch 13,3 Prozent.

Frischen Wind soll dem Modell nun analog zur gesamten Markenstrategie eine luxuriösere Positionierung verleihen. Daimler-Chef Ola Källenius erklärte anlässlich der Weltpremiere: „Die Buchstaben C und S stehen an entgegengesetzten Enden des Alphabets. In unserem Portfolio rücken sie jetzt näher zusammen.“

High-Tech aus der S-Klasse

Schon rein optisch wirkt die um 7 Zentimeter auf 4,75 Meter in der Länge gewachsene C-Klasse als Limousine wie ein kleiner Bruder der S-Klasse. Die Form der Front- und Heckleuchten, die Charakterlinien in den Flanken oder der Dachverlauf ähneln dem Flaggschiff der Luxusmarke. Serienmäßig gibt es LED-Scheinwerfer, die sich wie bei der S-Klasse zum Digital-Licht aufrüsten lassen, welches dank seiner 2,6 Millionen Pixel eine große Fülle an Funktionen für mehr Sicherheit bereitstellen kann.

Die parallel enthüllte Kombiversion T-Modell ist exakt so lang und breit wie die Limousine, weist mit 0,27 einen allerdings um 0,03 höheren Luftwiderstandsbeiwert auf. Der prominente Stern auf der Motorhaube fiel übrigens den aerodynamischen Optimierungen zum Opfer.

Mercedes C-Klasse: Bestseller bleibt ohne BEV
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Parallel zum allgemeinen Wachstum der Karosserie hat auch das Platzangebot im Innenraum zugelegt. Um jeweils über zwei Zentimeter sind der Beinraum im Fond sowie Schulter- und Ellenbogenbreite vorne gewachsen. Die Limousine bietet einen unvermindert 455 Liter großen Kofferraum, während der Stauraum im T-Modell um 30 auf 490 beziehungsweise 1.510 Liter zulegen konnte.

Bei Anzeigen und Infotainment macht die C-Klasse einen großen Schritt nach vorn. Hinterm Lenkrad gibt es ein Display für den Fahrer, welches in zwei Versionen mit 10,25 oder 12,3 Zoll Durchmesser erhältlich ist. Ergänzend projiziert das optional bestellbare Head-up-Display fahrrelevante Informationen direkt ins Blickfeld des Fahrers. In der Mittelkonsole befindet sich ein ebenfalls schwebend wirkender Touchscreen im Hochformat, der serienmäßig mit 9,5 und optional mit 11,9 Zoll Bildschirmdiagonale erhältlich ist.

Der Dreh-Drück-Schalter hat ausgedient

Viele Fahrzeugfunktionen werden über den berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert, der bisherige Dreh-Drück-Schalter in der Mittelkonsole hat ausgedient. Lediglich auf einer Leiste am unteren Bildschirm und auf dem Lenkrad gruppieren sich Bedienflächen in größerer Zahl. Entsprechend bietet sich dem Fahrgast ein besonders aufgeräumtes, von Schaltern und Knöpfen entfrachtetes Cockpit, welches sich dank eleganter Linien und edel wirkender Materialien gewohnt wohnlich präsentiert.

Ergänzend zur Steuerung über Touchscreen und Lenkrad bietet das Bordsystem noch eine Sprachsteuerung. Das MBUX-Bordsystem ist lernfähig. MBUX sorgt außerdem für eine Reihe neuer Online-Services. Dank der „Smart Home-Funktion“ kann der Fahrer sein Heim aus der Ferne steuern, sofern dieses mit entsprechender Technik gerüstet ist. Die permanente Anbindung des Fahrzeugs ans Internet erlaubt außerdem Over-the-Air-Updates der Fahrzeugsoftware oder auch die Nutzung von Musik-Streamingdiensten.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Fachredakteur Next Mobility / Entwicklungsredakteur