Cupra Born Der Gamechanger zeigt, was er kann

Autor: Andreas Grimm

Seat- und Cupra-Chef Wayne Griffiths bezeichnet das erste rein elektrisch fahrende Modell der Spanier, den Cupra Born, schon länger als Gamechanger. Seit Montag kann sich die Konkurrenz nun selbst ein Bild vom Herausforderer machen. Für den Handel ändert sich auf jeden Fall etwas.

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Cupra hat das erste rein elektrisch fahrende Modell der Marke, den Born, der Öffentlichkeit vorgestellt.
Cupra hat das erste rein elektrisch fahrende Modell der Marke, den Born, der Öffentlichkeit vorgestellt.
(Bild: Seat)

Cupra hat angesichts der weiterhin problematischen Corona-Lage die Weltpremiere des ersten rein elektrischen Modells, des Cupra Born, auf seine Social-Media-Kanäle verlegt. Über Youtube, Facebook, Linkedin und Twitter stellten hochrangige Vertreter der Seat-Marke das Design, die Technik und die wesentlichen USPs des Modells vor. Es wird, wie Seat-Vorstandschef Wayne Griffiths bekräftigte, zum Jahresende in den Handel kommen.

Für ihn ergibt die Elektrifizierung von Cupra ein „perfektes Zusammenspiel“ mit dem Grundwert der Marke, der Performance. In diesem Zusammenhang verwies Griffiths auf weitere Ansätze der Nachhaltigkeit der Marke: der Nutzung von Recycling-Material in der Herstellung sowie die eine generell CO2-neutrale Auslieferung des Modells. Montiert wird der Born wie der Konzernbruder ID 3 zunächst in Zwickau.

Cupra Born: Nachhaltige Performance
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Die Entscheidung, die Marke Cupra aufzubauen, sei auch vor diesem Hintergrund richtig gewesen, so der Seat- und Cupra-Chef. Sie sei zeitgemäß und eine Marke für die junge Generation, die ein Zeichen, eine Haltung zeigen wolle. „Wer ein elektrisches Auto fahren will, hat seine Gründe für diese Entscheidung.“ Der Born als erstes rein elektrisches Cupra-Modell sei zudem ein entscheidender Impuls für die Transformation des gesamten Seat-Konzerns.

Zum „Gamechanger“, wie Griffiths den Born gerne tituliert, wird der neue Cupra nicht zuletzt durch die Einführung des Agenturmodells im Vertrieb, der zugleich die Onlinepräsenz des Handels stärken soll – und damit dem aktuellen Vertriebstrend folgt. Dazu kommt, dass die Kunden beim Born neue Besitzmodelle wählen können. Seat spricht noch vage von „besonderen Leasingverträgen, in deren Monatsrate nicht nur die Fahrzeugnutzung, sondern auch andere zugehörige Leistungen enthalten sind“. Zu konkreten Preisen äußerte sich der Autobauer noch nicht.

540 Kilometer Reichweite

Entwicklungsvorstand Werner Tietz erläuterte die zentralen technischen Merkmale des Cupra Born, der auf Basis der konzernweit genutzten Elektroplattform (MEB) entwickelt wurde. Die Cupra-Entwickler hätten darauf aufbauend die Freiheiten gehabt, den Born gemäß den Markenwerten zu entwickeln. In den Handel kommt der Cupra in zwei Leistungsstufen mit 110 und 150 kW. Mithilfe eines Boost-Knopfes (Sonderausstattung) stehen kurzfristig weiter 20 kW zur Verfügung, sodass der Cupra in 6,6 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt.

Für die Stromversorgung können die Kunden zwischen drei Batterie-Kapazitäten wählen: mit 45 kWh, 58 kWh und 77 kWh, womit der Born eine maximale Reichweite laut dem WLTP-Zyklus von 540 Kilometern erreichen soll. Laden können die Cupra-Fahrer mit einem 125-kW-Schnellladesystem, worüber 100 Kilometer Reichweite in 7 Minuten verfügbar sind. Der praktische Tipp vom Entwicklungsvorstand dazu: Für die Fahrt von Barcelona nach Bordeaux sei folglich nur ein Kaffeestopp bei Toulouse ausreichend für die sichere Ankunft. In den technischen Eckdaten sieht der Autobauer im Cupra ein Auto sowohl für die Stadt als auch für Reisen über größere Distanzen.

Die Optik des Cupra Born ist für Design Director Jorge Diez alles andere als langweilig, sondern unterstreiche den „starken Charakter des Autos“. Die LED-Leuchten in der Front würden dem Born ein typisches Aussehen verleihen, das eine Wiedererkennung schon von Weitem sicherstellt. An der Rückseite sticht unter anderem der Heckspoiler als markantes Merkmal hervor. Die im Boden verbaute Batterie sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und eine sportliche Straßenlage. Diese Sportlichkeit zeige sich auch im Inneren des Fahrzeugs, wie sie laut Diez „in einem E-Auto noch nie zuvor umgesetzt“ worden sei.

Recycling-Material im Innenraum

Die Funktionen im Fahrzeug steuert der Fahrer über einen serienmäßigen, scheinbar schwebenden 12-Zoll-Touchscreen. Hinter dem Lenkrad sitzt ein kompaktes Kombiinstrument, das die Informationen zum Fahrzeug liefert. Dazu projiziert ein Head-up-Display wichtige Informationen auf die Windschutzscheibe. Insgesamt biete der Born bei einem Radstand von 2.767 Millimetern und dank der MEB-Plattform großzügig Raum für die Insassen. Das Kofferraumvolumen gibt Cupra mit 385 Litern an.

Besondere Akzente setzt das Interieur aber durch die Verwendung von Recycling-Materialien. Der zentrale Teil der Schalensitze sei aus Fasern gefertigt, die wiederum aus recyceltem Plastik gewonnen werden, das aus dem Meer gefischt oder von den Stränden aufgesammelt wurde.

In Sachen Konnektivität geht der Born ebenfalls mit der Zeit. Über Cupra Connect ist das Auto wie schon von anderen Fabrikaten bekannt mit der Herstellerzentrale verbunden. Die neu entwickelte „My Cupra“-App erlaubt den Zugang zu verschiedenen digitalen Funktionalitäten und Features. Über die „Easy Charging“-App kann der Nutzer zudem alle Funktionen verwalten, die mit dem Ladevorgang in Verbindung stehen.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«