Spaßfahrzeug Der Moke geht wieder in die Serienproduktion

Autor: Andreas Grimm

Als Strandfahrzeug ist der Moke immer noch Kult – in den letzten Jahren wurde das Spaßfahrzeug in modernisierten Varianten mehrfach neu vorgestellt. Jetzt läuft der Moke wieder regulär in England vom Band – produziert vom Autozulieferer Fablink.

Der Moke feiert derzeit Wiederauferstehung in England durch den Automobilzulieferer Fablink.
Der Moke feiert derzeit Wiederauferstehung in England durch den Automobilzulieferer Fablink.
(Bild: Autoren-Union Mobilität/Moke International)

Der luftige Strandflitzer Moke hat in den letzten Jahren immer wieder die Retro-Fantasien bedient. Verschiedene Projekte haben sich seiner Auferstehung angenommen. Nun startet ein weiterer Anlauf der Wiederbelebung – immerhin im Heimatland des Moke, in England. Gebaut wurde der Ur-Moke schließlich von der sehr britischen Marke Mini.

Seit 2017 liegen die Rechte an der Marke Moke (Mini ist ja im Besitz von BMW) bei der Firma Moke International. Gebaut wird die Neuauflage laut einem Bericht der Zeitschrift „Autocar“ vom englischen Automobilzulieferer Fablink aus Northamptonshire, der auch Fertigungs- und Konstruktionsarbeiten für Automobilhersteller wie Jaguar Land Rover und Morgan durchführt.

Als Antrieb nutzen die Briten einen 1,1-Liter-Vierzylinder mit 50 kW/ 68 PSund Vier-Gang-Automatik. Ein Schaltgetriebe ist wahlweise auch zu haben. Damit ist die Neuauflage schon mal moderner als die Urfassung: Die war im Bauzeitraum von 1964 bis 1993 mit einem 0,85 bis 1,3-Liter-Motor ausgestattet. So richtig modern motorisiert ist aber auch der Fablink-Moke nicht. Er ist nur nach Euro 4 zertifiziert und verbraucht rund sieben Liter auf 100 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der neue Produzent mit knapp 110 km/h an.

Umgerechnet rund 23.250 Euro kostet der Moke. Steuern kommen noch obendrauf. Dafür gibt es unter anderem ein Vollverdeck, wasserresistente Sitze, Servolenkung und eine beheizbare Windschutzscheibe sowie etwas mehr Platz als im Original. Erhältlich sind verschiedene Sondereditionen. So soll etwa ein Armee-Design auf die eigentlich militärische Herkunft des Autos verweisen.

Deutlich moderner war eine Moke-Ableitung, die 2016 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt wurde: der „Duprat Nosmoke“. Er hat die tür- und dachlose Grundkonstruktion übernommen, setzt aber auf einen Elektroantrieb, der immerhin 70 km/h und gut 80 Kilometer Reichweite schafft. Genug also für einen entspannten Standausflug.

Nur ein Jahr später widmete sich der Tuner Ludovic Lazareth, der sonst Zwei- und Dreiräder mit Volldampf ausstattet, dem Moke. Er konstruierte ein schwimmfähiges Gefährt, das dem Moke nachempfunden ist. Im Lazareth Moke Amphibious arbeitet unter der Haube ein 400 Kubikzentimeter großes Motörchen mit einer Leistung von 14 kW/19 PS, das auf dem Trockenen für ein Höchsttempo von 90 km/h gut ist und im Wasser einen Propeller antreibt, der dort für einen Vortrieb von sieben Knoten, 13 km/h, sorgt.

Blickt man sich heute um auf der Welt, gibt es immer wieder Nachbau-Hotspots, meist in Strandnähe. Etwa in Miami, wo der Winzling von verschiedenen Vermietern zum Inselhopping angeboten wird. Die meisten Modelle dort kommen von einem Unternehmen, das sich auf den Vertrieb von Golfcarts spezialisiert hat und die Retro-Modelle für die Vermieter in China fertigen lässt. Die haben dann einen politisch korrekten Elektro-Antrieb, fahren aber kaum schneller als die meisten Golf-Karren und zuckeln deshalb eher spaßfrei die Strandpromenade entlang.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«