Gebrauchtwagen Deutlich weniger Halterwechsel im ersten Quartal

Autor: Andreas Grimm

Statistiken sind wegen der Corona-Verwerfungen derzeit mit Vorsicht zu genießen. Das zeigt sich sehr deutlich an den Pkw-Halterwechseln. Im März schossen die Zahlen im Jahresvergleich um 45 Prozent durch die Decke – Entspannung ist trotzdem nicht angesagt.

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Der Gebrauchtwagen ist zwar im März angesprungen, im ersten Quartal war er dennoch fast fünf Prozent rückläufig.
Der Gebrauchtwagen ist zwar im März angesprungen, im ersten Quartal war er dennoch fast fünf Prozent rückläufig.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Neben dem Neuwagenmarkt wird auch das Gebrauchtwagengeschäft durch die Corona-Einschränkungen belastet. Das zeigt sich insbesondere durch Vergleiche über größere Zeiträume. Denn während die Pkw-Besitzumschreibungen im März 2021 nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) im Vergleich zum Vorjahresmonat um 45,4 Prozent zulegten, sank die Zahl der Halterwechsel im ersten Quartal um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Ursache ist dabei ein statistischer Effekt, da das Gebrauchtwagengeschäft im März 2020 bereits durch den Lockdown stark eingeschränkt war, im März 2021 dagegen ein halbwegs normales Wirtschaftsleben möglich war – und auch weil dank geöffneter Zulassungsstellen Halterwechsel überhaupt möglich waren.

Konkret wechselten in den ersten drei Monaten des Jahres 1.583.639 Pkw den Halter (-4,6 %), im Vorjahreszeitraum waren es 1,66 Millionen Einheiten. Noch deutlicher wird der Schwund, wenn man auf das erste Quartal des Vor-Corona-Jahres 2019 blickt. Damals wurden sogar 1,78 Millionen Pkw umgeschrieben. Angesichts dieser Zahlen kommt nicht von ungefähr, dass der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) befürchtet, dass „das Frühjahrsgeschäft zu versanden droht“.

Bizarrerweise stellt sich die Entwicklung auf Monatsebene komplett unterschiedlich dar. Wurden im März 2021 nun 672.432 Pkw-Besitzumschreibungen gezählt, waren es im Vorjahr wegen der erwähnten Corona-Beschränkungen nur 462.576 Einheiten. Doch selbst für den „Normal-März“ 2019 zählte das KBA 623.749 Halterwechsel – also deutlich weniger als zuletzt. Verschiedene Effekte verzerren derzeit die Statistiken, den guten März 2021 könnten unter anderem Nachholeffekte aus den beiden ersten Monaten des Jahres befeuert haben.

Weniger anfällig für derartige Schwankungen hatte sich zuletzt das Nutzfahrzeuggeschäft gezeigt. Doch auch in diesem Bereich ist Konstanz derzeit Mangelware. So stieg die Zahl der Lkw-Umschreibungen im März um 59,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 43.305 Einheiten. Aber auch zum Normal-März 2019 ergibt sich eine Steigerung um 28,4 Prozent.

Noch drastischer ist der Vergleich bei den Zugmaschinen: Hier ergibt sich bei 15.723 Umschreibungen ein Plus von 63,9 Prozent zum März 2020 und ein Plus von 31,8 Prozent zum März 2019. Einzig bei den Bussen scheint Normalität einzukehren. 457 Halterwechseln im März 2021 stehen 454 im März vor zwei Jahren gegenüber.

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«