Gebrauchtfahrzeuge Deutlich weniger Halterwechsel in fast allen Segmenten

Autor Andreas Grimm

Angesichts fehlender Neuwagen wegen der Halbleiter-Probleme weichen viele Kunden auf Gebrauchtfahrzeuge aus. Doch inzwischen wird die Ware knapp. Die Folgen zeigen sich an der Entwicklung der Besitzumschreibungen.

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Gebrauchtwagen werden nach und nach zur Mangelware, die Zahl der Besitzumschreibungen ist im Juli deutlich gefallen.
Gebrauchtwagen werden nach und nach zur Mangelware, die Zahl der Besitzumschreibungen ist im Juli deutlich gefallen.
(Bild: Achter)

Anders als in den Vormonaten hat der Gebrauchtwagenmarkt keine Umsatzimpulse für den Handel gebracht. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) ist die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen im Juli stark eingebrochen. Insgesamt wechselten im siebten Monat des Jahres 619.633 Autos den Halter. Das waren 17,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Wegen der schlechten Juli-Entwicklung schrumpft auch die bisher deutlich positive Gesamtjahresentwicklung des Gebrauchtwagenmarktes zusammen. Von Januar bis Juli wechselten 3,99 Millionen Fahrzeuge den Besitzer – das sind noch 0,9 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Wie lange die Entwicklung allerdings noch positiv ist, bleibt fraglich. Angesichts der schwierigen Liefersituation bei Neuwagen wegen fehlender Halbleiter ist die Zahl verfügbarer Fahrzeuge am Gebrauchtwagenmarkt deutlich gesunken. „Die Gebrauchtwagen werden knapp“, konstatierte bereits ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn in einer Mitteilung des Verbandes. Auch die großen Gebrauchtwagenbörsen verzeichnen derzeit rund ein Sechstel weniger Inserate.

Allerdings fällt der prozentuale Abschwung allein schon aus statistischen Gründen sehr hoch aus, da die Zahl der Pkw-Umschreibungen im Juli des Vorjahres außergewöhnlich hoch war.

Rückgänge auch bei Lkw

Doch auch in anderen Segmenten des Gebrauchtwagenmarkts war der Juli ein deutlich rückläufiger Monat. Für das Boom-Segment der Lkw verzeichnet das KBA einen Rückgang der Umschreibungen um 7,3 Prozent auf 35.106 Einheiten. Bei den Zugmaschinen gab es sogar 11,1 Prozent weniger Halterwechsel. Gleichwohl weist das Amt für beide Fahrzeugklassen im Gesamtjahresverlauf noch immer einen Anstieg der Umschreibungen um jeweils mehr als 10 Prozent aus.

Gegen den Trend entwickelte sich das kleine Bus-Segment mit einem Umschreibungsplus um 22 Prozent auf 438 Einheiten – der Markt war im Vorjahr allerdings angesichts fehlender Reisetätigkeit stark geschrumpft. Mit den Kraftrad-Umschreibungen ging es 18,5 Prozent bergab (noch 55.171 Halterwechsel).

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