Suchen

Deutlich weniger Kfz-Insolvenzen im ersten Halbjahr

Autor: Andreas Grimm

Pleiten im Kfz-Gewerbe werden immer seltener, auch im ersten Halbjahr 2016 setzte sich der Trend fort. Allerdings ist die Situation in den einzelnen Geschäftsfeldern sehr unterschiedlich. Vor allem für Kfz-Werkstätten läuft es gut.

Firmen zum Thema

(Foto: Archiv)

Die Kfz-Branche in Deutschland steht weiterhin wirtschaftlich solide da. Laut den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) mussten im ersten Halbjahr 312 Betriebe dieses Wirtschaftszweigs (inklusive Waschanlagen, Lackierereien, Teile- und Motorradhändler) einen Insolvenzantrag stellen. Das waren 27 Fälle oder 8 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt die Juni-Entwicklung. Im sechsten Monat wurden 50 Fälle registriert, 20,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft schneidet das Kfz-Gewerbe gut ab. Über alle Wirtschaftszweige hinweg sank die Zahl der Insolvenzen im ersten Halbjahr nur um 2,9 Prozent. Betroffen von den 312 Pleiten in der Kfz-Branche waren 921 Beschäftigte, die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger beliefen sich den Angaben zufolge auf 115,5 Millionen Euro. 219 Insolvenzverfahren wurden eröffnet, 93 mangels Masse abgewiesen.

Einen erheblichen Anteil an der rückläufigen Insolvenzzahl haben die Kfz-Werkstätten. In diesem Bereich war von Januar bis Juni 82 Betrieben das Geld ausgegangen, im ersten Halbjahr 2015 waren 98 Unternehmer betroffen (-16,3 %). Deutlich schwieriger bei geringeren Fallzahlen wurde die Lage dagegen für Lackierereien mit 15 Pleiten (+114 %) und Autowaschanlagen (20 Fälle / +33 %).

Auch im Pkw-Handel stiegen die Fallzahlen im ersten Halbjahr – allerdings nur leicht. 137 insolvente Betriebe registrierte das Destatis für dieses Branchensegment. Das waren zwei Pleiten mehr als im Vorjahreszeitraum (+1,5 %). Dagegen sorgte fehlende Liquidität im Nutzfahrzeughandel nur noch vier Mal für das Aus. Im Vergleichszeitraum waren es noch 10 Betriebe (–60 %).

Deutlich entspannt hat sich die Lage auch im Teile- und Zubehörhandel mit 37 Pleiten im ersten Halbjahr. Im Vergleichszeitraum mussten noch 54 Betriebe zum Insolvenzgericht (-31,5 %). Ursache für den Aufwärtstrend könnte die verstärkte Nachfrage nach hochwertigen und höherpreisigen Produkten im Aftermarket sein, worauf jüngst eine Studie der Marktforschung GfK aufmerksam gemacht hat.

Ebenfalls rückläufig sind die Fallzahlen in der Motorradbranche. Hier kam es im ersten Halbjahr zu 12 Pleiten von Händlern und Werkstätten. Von Januar bis Juni 2015 war 15 Betrieben das Geld ausgegangen.

(ID:44269708)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«