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Deutsche Hersteller stecken mit Abstand am meisten Geld in die Elektromobilität

| Autor: Christoph Seyerlein

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young investieren Deutschlands Autokonzerne deutlich mehr in die Elektromobilität als die Konkurrenz. Die Erhebung hat allerdings einen Haken.

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(Bild: Daimler)

Deutschlands Autohersteller setzen mittlerweile voll auf die Elektro-Karte. Dies legt auch eine Auswertung der Unternehmensberatung Ernst & Young zu den Investitionstätigkeiten der 16 führenden globalen Automobilkonzerne nahe. Demnach haben die hiesigen Autobauer zwischen 2015 und 2018 zusammen gut elf Milliarden Euro in die Elektromobilität gesteckt. Das ist deutlich mehr als die Konkurrenz aus Frankreich (1,275 Milliarden), Japan (862 Millionen), Südkorea (848 Millionen) oder den USA (632 Millionen).

Von den einzelnen Herstellern war der Erhebung zufolge Daimler in den letzten Jahren am aktivsten. Die Schwaben steckten zwischen 2015 und 2018 demnach insgesamt gut 4,6 Milliarden Euro in die Elektrifizierung. Platz zwei geht an BMW (gut 3,4 Milliarden), gefolgt vom Volkswagen-Konzern (knapp 3 Milliarden). Kaum eine Rolle hat die Weiterentwicklung der Elektromobilität in den vergangenen Jahren dagegen beispielsweise bei General Motors gespielt. Der US-Konzern hat den Daten zufolge in den vergangenen vier Jahren gerade einmal knapp 100 Millionen Euro in jenes Feld investiert.

Die von Ernst & Young analysierten Automobilkonzerne waren: BMW Group, Daimler, FCA, Ford, General Motors, Honda, Hyundai, Kia, Mazda, Mitsubishi, Nissan, PSA Group, Renault Group, Suzuki, Toyota Group und Volkswagen Group. Damit lässt die Erhebung einen nicht zu verachtenden Faktor außen vor: Chinesische Hersteller spielen keine Rolle. Dabei gibt es im Reich der Mitte mehrere große Player, die sich in Sachen Elektromobilität – auch unterstützt vom Staat – in Stellung bringen. Wie viel Geld dort in die Technologie gesteckt wird, geht aus der Ernst & Young-Studie nicht hervor.

Insgesamt ist die Bereitschaft, in die Elektrifizierung zu investieren, zuletzt stark gestiegen. So wurden den Studienautoren zufolge alleine im vergangenen Jahr Projekte mit einem Volumen von 8,4 Milliarden Euro angekündigt. Das bedeutete im Vergleich zu 2017 ein Plus von 97 Prozent.

Das meiste Geld fließt nach China

Das meiste „Elektro-Geld“ der Hersteller fließt aktuell nach China. Dort investierten die Konzerne der Studie zufolge seit 2015 insgesamt 6,1 Milliarden Euro in den Aufbau von Strukturen. In Deutschland lag das Investitionsvolumen im selben Zeitraum bei 4,4 Milliarden Euro.

In die Auswertung sind Ernst & Young zufolge nur öffentlich verfügbare Informationen über konkrete, ortsgebundene Investitionsprojekte etwa aus Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen oder Pressemitteilungen der Unternehmen eingeflossen.

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