Opel-Schwächung Deutsche Politik ermahnt Stellantis

Autor / Redakteur: dpa / Nick Luhmann

Thüringens Ministerpräsident rechnet in nächster Zeit mit einem Treffen der Regierungschefs der Opel-Länder mit Stellantis-Chef Carlos Tavares. Die Sorge um die zunehmend schwindende Bedeutung von Opel im Konzernverbund ist nun auch bei deutschen Spitzenpolitikern angekommen.

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Stellantis-Deutschlandzentrale in Rüsselsheim
Stellantis-Deutschlandzentrale in Rüsselsheim
(Bild: »kfz-betrieb« / Rehberg)

Laut Bodo Ramelow hat die deutsche Politik eine Zusage für ein Gespräch auf höchster Ebene. Dies sagte der Ministerpräsident am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Zu Termin und Ort des Treffens der Länderchefs von Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen sowie eines Vertreters der Bundesregierung mit Tavares wolle er sich öffentlich jedoch nicht äußern.

Ramelow stellte zudem in Aussicht, dass es auf einer zweiten Ebene ein Gespräch der Wirtschaftsminister der drei Bundesländer mit Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz geben soll. Der hatte zuletzt den Erhalt der Opel-Werke Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern zugesagt. „Ich bin nicht davon ausgegangen, dass Eisenach geschlossen wird“, sagte Ramelow. Nach wie vor seien jedoch eine Reihe von Frage offen.

So gehe es im Fall von Eisenach um die Einhaltung der Zusage, dass der geliftete Grandland nach dem derzeitigen Produktionsstillstand in verschiedenen Varianten exklusiv in Thüringen gebaut werde. Die Belegschaft wolle auch wissen, „wann läuft die Produktion mit welchem Produkt wieder an“. Zudem beschäftige die Arbeitnehmer in Eisenach und Rüsselsheim die Frage, was vom Autohersteller Opel bleibe, wenn zwei Werke ausgegliedert würden.

Hochgeschurtz hatte in einem Interview mit den Zeitungen der VRM-Gruppe am Montag gesagt, Stellantis prüfe weiter die rechtliche Ausgliederung der Produktionswerke in Rüsselsheim und Eisenach aus dem deutschen Opel-Verbund. „Die Werke würden doch unverändert Teil des Stellantis-Konzerns bleiben. Die bestehenden Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen gelten weiter“, sagte der Opel-Manager.

Ramelow hingegen sprach von einer Hängepartie für die Beschäftigten. „Wer sein Stammpersonal halten will, muss klare Aussagen treffen.“ Nach der Übernahme von Opel habe es für den PSA-Konzern viel Vertrauensvorschuss gegeben. Dieser sollte nicht aufs Spiel gesetzt werden, so Thüringens Ministerpräsident.

Betriebsrat und IG Metall haben die Ausgliederungspläne als Anfang der Zerschlagung von Opel bewertet und starken Widerstand angekündigt.

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