Deutsche Umwelthilfe mahnt Autohäuser ab

Redakteur: Jens Rehberg

Zu Beginn hätten sich die Kfz-Betriebe an die neuen Vorgaben zur Verbrauchs- und Emissionskennzeichnung gehalten, so die Umweltschützer. Doch jetzt registriere man häufigen „Schlendrian“.

Anbieter zum Thema

Zahlreiche Autohäuser werden derzeit von der Deutschen Umwelthilfe abgemahnt, weil sie nach Ansicht des Verbands Verbrauchs- und Emissionswerte in Anzeigen oder am Verkaufsplatz nicht korrekt gekennzeichnet haben. Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch sagte »kfz-betrieb ONLINE« auf Anfrage, zu Beginn hätten sich die Kfz-Betriebe an die neuen gesetzlichen Vorgaben gehalten, „aber jetzt ist der Schlendrian eingetreten“. Die betroffenen Händler sollen bei Beanstandungen von Fahrzeug-Auszeichnungen pauschal 250 Euro bezahlen, bei Werbeanzeigen sind es 200 Euro. Zudem wird eine Unterlassungserklärung verlangt. Registrieren die Umweltschützer infolgedessen einen erneuten Verstoß, droht eine Konventionalstrafe von bis zu 10.000 Euro.

„Wir mahnen nicht ab, wenn auf dem Schild an einem Auto in der fünften Zeile eine Zahl vergessen wurde“, betont Resch. Aber wenn ein Betrieb sich offensichtlich nicht um die Regeln kümmere, bekomme er Post.

Zahlen sollen so groß sein wie die „Hauptbotschaft“

Umstritten ist vor allem die korrekte Darstellung der Verbrauchs- und Emissionswerte in Zeitungsanzeigen. Die Werte müssten ähnlich groß dargestellt werden wie die „Hauptbotschaft der Werbung“. Konkretere Empfehlungen könne er nicht geben, so der Umweltschützer, denn die gestalterische Vielfalt der Anzeigenformate sei einfach zu groß. Im Zweifelsfall solle der Betrieb sich an seinen Hersteller beziehungsweise Importeur wenden, denn dort kenne man sich in der Regel gut mit diesem Thema aus. Im Rahmen zentral gesteuerter Marketingkampagnen prüfe die Industrie ihre Aktionen sehr genau anhand der gesetzlichen Vorgaben, „denn sonst kann es schnell ziemlich teuer werden“.

Den Anstoß für die momentan laufenden Kontrollen hat laut Resch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegeben, als diese bei einer Stichprobe zum Thema Verbrauchs- und Emissionswerte-Kennzeichnung in Kfz-Betrieben offenbar festgestellt hatte, dass jedes zweite überprüfte Autohaus gegen die Verordnung verstoße.

„Sehr, sehr viele“ Fälle

Auf die Frage, wieviele Autohäuser bereits von der Deutschen Umwelthilfe abgemahnt wurden, wollte der Geschäftsführer keine Zahlen nennen. ZDK-Geschäftsführer Ulrich Dilchert sagte im Gespräch mit der Redaktion, den Zentralverband hätten „sehr, sehr viele“ entsprechende Hinweise aus der Kfz-Branche erreicht. Es liefen auch schon diverse Einzelfallklagen gegen die Abmahnungen. Das Hauptproblem seien jedoch die „butterweichen gesetzlichen Vorschriften“, die pauschale Empfehlungen in dieser Sache fast unmöglich machten. Gerade im Hinblick auf die Gestaltung von Werbekampagnen sei eben jeder Fall anders.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:331533)