Neuzulassungen Deutscher Automarkt deutlich stabiler als Gesamteuropa

Autor / Redakteur: dpa/cs / Christoph Seyerlein

Auch wenn der deutsche Automarkt zuletzt wieder rückläufig war: Im Vergleich zu Europa schlug er sich im November noch sehr ordentlich. Deutlich heftiger traf die erneute Corona-Welle bislang beispielsweise Frankreich und Spanien.

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Auch für die deutschen Hersteller setzte es im November auf dem europäischen Markt Einbußen.
Auch für die deutschen Hersteller setzte es im November auf dem europäischen Markt Einbußen.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Verschärfte Maßnahmen im Zuge der zweiten Corona-Welle in mehreren europäischen Ländern haben die Neuzulassungen auf dem EU-Automarkt weiter einbrechen lassen. Im November ging die Zahl der in der Europäischen Union neu registrierten Autos im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12 Prozent auf 897.692 Fahrzeuge zurück, wie der europäische Branchenverband Acea am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Der Rückgang in Deutschland fiel mit einem Minus von 3 Prozent vergleichsweise moderat aus.

Einige große europäische Märkte erwischte es noch härter: In Spanien gingen die Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr um 18,7 Prozent zurück, in Frankreich sogar um mehr als ein Viertel. Auf dem italienischen Automarkt stand dagegen ein geringeres Minus von 8,3 Prozent zu Buche.

Hersteller: Daimler verliert 15 Prozent

Daimler musste bei den Neuzulassungen in der Europäischen Union im November ein Minus von 15 Prozent hinnehmen, womit die Stuttgarter unter den deutschen Autobauern am schlechtesten dastanden. Bei VW betrug das Minus 13 Prozent, bei BMW waren es minus 6,4 Prozent. Auch die Opel-Mutter PSA und Renault verzeichneten genauso wie alle anderen größeren Autokonzerne deutliche Einbußen.

Nach elf Monaten liegt die Zahl der EU-Neuzulassungen in diesem Jahr mit insgesamt rund 8,9 Millionen Autos gut ein Viertel unter dem Vorjahreswert. Einzig im September wurde ein Zulassungsplus verzeichnet, in allen anderen Monaten des Jahres waren die Zahlen teils erheblich rückläufig.

„Die kommenden Monate werden enorm hart“

Den bisherigen Negativrekord stellte der Lockdown-Monat April mit einem Einbruch der Neuzulassungen um 76,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf.

Auch im Dezember und im Januar ist aufgrund mancher Corona-Beschränkung nicht mit einem großen Aufschwung zu rechnen. Peter Fuß, Partner bei EY rechnet mit einem sehr schwachen Jahresausklang: „Der Dezember wird aufgrund der teils harten Lockdown-Maßnahmen in zahlreichen großen Märkten noch deutlich schwächer werden als der November.“

Die Entwicklung sei besorgniserregend, fügte Fuß an. „Geschlossene Autohäuser, Ausgangssperren, ein erneuter Konjunktureinbruch: Das alles stellt eine neue existenzielle Belastungsprobe nicht nur für die Automobilindustrie, sondern gerade auch für den Autohandel dar. Die kommenden Monate werden enorm hart für die Branche.“

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