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Deutscher Pkw-Markt weiter auf Sparflamme

| Autor: Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Trotz der positiven Entwicklung des Konsumklimas will der deutsche Automarkt nicht so recht in die Gänge kommen. Der Juni-Absatz blieb erneut deutlich unter dem Ergebnis des Vorjahres.

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(Frisia Orientalis/Wikimedia/GFDL)

Die deutschen Neuwagenkäufer halten sich weiter stark zurück. Im Juni kamen bundesweit 282.913 fabrikneue Pkw und Kombi auf unsere Straßen, das sind 4,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Nach den schwachen Mai-Verkäufen gebe es damit weiterhin „keine Entspannung beim Neufahrzeugabsatz", urteilte der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe in einer Stellungnahme.

Auch das kumulierte Zulassungsergebnis fürs erste Halbjahr 2013 liegt weiter klar im Minus. Nach Angaben des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) kamen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 1.502.630 Neuwagen in den Verkehr. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Rückgang um 8,1 Prozent (siehe auch Tabelle).

Trotz des fortlaufenden Marktrückgangs erwartet der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) eine Verbesserung der Lage in den kommenden Monaten. „Eine positive Entwicklung des Konsumklimas ist im zweiten Quartal zu spüren“, sagte VDIK-Präsident Volker Lange laut einer Mitteilung. Verantwortlich dafür sei die wachsende Nachfrage privater Kunden. Er gehe davon aus, dass sich diese positive Entwicklung auch im zweiten Halbjahr fortsetzt. VDA-Präsident Matthias Wissmann äußerte auf einer Pressekonferenz die Erwartung, dass sich „der Pkw-Inlandsmarkt im Gesamtjahr 2013 zwischen 2,9 und 3,0 Millionen Einheiten bewegen wird“.

Der Anteil gewerblicher Halter lag im ersten Halbjahr mit 61,7 Prozent deutlich unterhalb des Vorjahreswerts (- 7,4 Prozent). Der Anteil privater Zulassungen ging um 9,0 Prozent zurück. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der für die gewerbliche Wirtschaft im Juni erneut gestiegen ist, stimme die Autobranche jedoch zuversichtlich, so Wissmann. Es sei zu erwarten, dass sich der „angestaute Nachholbedarf“ der Käufer in absehbarer Zeit auflösen werde.

Die Elektrofahrzeuge bildeten mit einem Neuzulassungsanteil von 0,2 Prozent im Vergleich zu den herkömmlichen Antriebsarten (Benzin: 51,2 Prozent, Diesel: 47,3 Prozent) noch eine verschwindend geringe Minderheit. Der CO2-Ausstoß der Neuwagenflotte reduzierte sich weiter um 3,8 Prozent auf jetzt 137,6 g/km.

Mal so, mal so

Die deutschen Hersteller entwickelten sich im Monat Juni recht unterschiedlich. Während Ford (20.601 Neuzulassungen/+ 8,8 Prozent), Porsche (2.077/+ 2,3 Prozent) und VW (61.251/+ 1,6 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat zulegen konnten, blieben die übrigen Heimfabrikate deutlich im roten Bereich. So konnten sich BMW (21.316/- 10,7 Prozent), Opel (19.956/- 10,1 Prozent), Audi (23.661/- 8,9 Prozent), Smart (2.481/- 5,2 Prozent) und Mercedes (277.103/- 2,4 Prozent) dem negativen Markttrend nicht entziehen und mussten im Vergleich zum Vorjahresmonat mehr oder minder deutliche Verluste hinnehmen.

Die größten Zugewinne in Reihen der relevanten Importfabrikate (über 1 Prozent Marktanteil) fuhren Seat (7.700/+ 26,7 Prozent), Kia (5.325/+ 8,0 Prozent), Mini (3.968/+ 7,8 Prozent), Mazda (4.662/+ 7,7 Prozent), Hyundai (10.698/+ 6,5 Prozent) und die Renault-Günstigtochter Dacia (4.679/+ 5,3 Prozent) ein. Die deutlichsten Abschläge gab es für Renault (6.945/- 27,3 Prozent), Peugeot (5.258/- 26,5 Prozent), Fiat (5.975/- 20,6 Prozent), Citroën (5.058/- 17,5 Prozent), Nissan (5.214/- 15,9 Prozent) und Toyota (6.832/- 14,7 Prozent).

Die insgesamt rückläufigen Zulassungszahlen zeigen sich auch in der Segmentbetrachtung. So weisen mit Ausnahme der SUV (+ 3,6 Prozent), Wohnmobile (+ 2,9 Prozent) und Minis (0,2 Prozent) sämtliche Fahrzeugsegmente im ersten Halbjahr 2013 teils zweistellige Rückgänge aus.

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