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Deutscher Verkehrsgerichtstag: Fiktiv bleibt real

| Autor / Redakteur: Holger Schweitzer, Konrad Wenz / Jens Rehberg

Geld statt Reparatur: Das fiktive Abrechnen von Unfallschäden ist eine gängige und legitime Praxis bei Pkw-Sachschäden. Doch ist es noch zeitgemäß? Dieser Frage gingen die Experten für Verkehrsrecht auf dem Deutschen Verkehrsgerichtstag nach.

Pflaster statt Ausbeulen: Geschädigte können sich den Betrag für die Unfallreparatur von der Versicherung ausbezahlen lassen. Das Geld muss jedoch nicht zwingend in die Instandsetzung des Schadens fließen.
Pflaster statt Ausbeulen: Geschädigte können sich den Betrag für die Unfallreparatur von der Versicherung ausbezahlen lassen. Das Geld muss jedoch nicht zwingend in die Instandsetzung des Schadens fließen.
(Bild: Schweitzer/»kfz-betrieb«)

Einmal im Jahr kommen im sonst beschaulichen Goslar 2.000 Gäste auf 20 Taxis – so viele Experten für Verkehrsrecht treffen sich nämlich alljährlich im Januar in der mittelalterlichen Stadt im Südharz, um auf dem Deutschen Verkehrsgerichtstag über kontroverse oder aktuelle Themen im Verkehrsrecht zu diskutieren. Die Ergebnisse der Diskussionen fassen die Experten in schriftlichen Empfehlungen zusammen, die sie an das Bundesverkehrsministerium weiterleiten.

Unter anderem stand die fiktive Abrechnung bei Kfz-Unfallschäden auf dem Programm. In dem zweitägigen Workshop gingen die Fachleute der Frage nach, ob die Praxis, fiktiv abzurechnen, noch zeitgemäß ist. Laut Rainer Wenker von der Westfälischen Provinzial Versicherung AG werden 35 bis 40 Prozent aller Sachschäden, die durch Verkehrsunfälle verursacht sind, auf diese Weise abgewickelt.