Seat-Absatzstatistik Deutschland wird zum Cupra-Land

Autor: Andreas Grimm

Für den Autobauer Seat ist Deutschland schon seit einigen Jahren Absatzmarkt Nummer eins. Die Corona-Krise verfestigt den Status und legt die wachsende Bedeutung der ausgegliederten Marke Cupra offen zutage. Nicht nur in Deutschland.

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Die Absatzzahlen von Cupra steigen weltweit. Doch in Deutschland ist der Anteil der Cupra-Verkäufe am Gesamtabsatz am höchsten.
Die Absatzzahlen von Cupra steigen weltweit. Doch in Deutschland ist der Anteil der Cupra-Verkäufe am Gesamtabsatz am höchsten.
(Bild: Seat)

Der Autobauer Seat blickt in Deutschland und weltweit auf eine gemischte Bilanz des Jahres 2020 zurück. Während die Verkaufszahlen für die Hauptmarke Seat deutlich in den Keller gingen, legte die Performancemarke Cupra deutlich zu – vor allem in Deutschland. Für das Jahr 2021 erwartet Seat-Vorstandschef Wayne Griffiths trotz der anhaltenden Pandemie letztlich ein „solides Wachstum“.

Weltweit fiel der Absatz der Seat S.A. im Jahr 2020 auf 427.000 Neuwagen der Marken Seat und Cupra, davon waren knapp 400.000 Einheiten Cupra-Modelle. Im Jahr zuvor waren es 574.000 Fahrzeuge beider Marken gewesen (- 25,6 %). Damals hatten die Spanier das beste Verkaufsergebnis ihrer Geschichte erreicht. Um so schärfer fällt nun der durch die Corona-Pandemie bedingte Absturz aus.

Gerade die beiden für Seat wichtigen Absatzmärkte Spanien mit noch 73.300 Verkäufen (-32,1 %) und Großbritannien mit 45.600 Auslieferungen (-33,8 %) waren stark von der Corona-Pandemie betroffen. In Deutschland, der inzwischen nach Stückzahlen mit Abstand wichtigste Neuwagenmarkt für Seat, lief es dagegen den Umständen entsprechend gut. Mit den laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 114.500 Neuzulassungen fällt der Zulassungsrückgang um 17,4 Prozent sogar weniger deutlich aus als im Branchendurchschnitt (-19,1 %).

„Die Ergebnisse spiegeln die Lage des Automobilsektors in Europa wider. 2020 war wegen des lähmenden Effekts der Pandemie ein sehr schwieriges Jahr“, kommentierte Seat-Vorstandschef Wayne Griffiths die Zahlen. Für das laufende Jahr erwartet er zunächst ein schwieriges erstes Quartal. Der Absatz werde sich jedoch erholen, sobald die Gesundheitskrise überwunden ist und die Mobilitätseinschränkungen aufgehoben werden. „Die neuen Elektromodelle werden unser Wachstum entscheidend voranbringen.“

Cupra knallt in Deutschland

Dass die Verkaufszahlen hierzulande nicht weiter zurückgingen, hängt nicht zuletzt mit dem Erfolg der Marke Cupra zusammen. Nach Angaben von Seat Deutschland stiegen die Neuzulassungen von Cupra-Modellen im vergangenen Jahr um 39 Prozent auf 15.232 Einheiten. In Deutschland kletterte der Cupra-Anteil an den Verkäufen von 7,9 auf 13,3 Prozent.

„Diese Zahlen bestätigen uns darin, mit Cupra einen Nerv getroffen haben“, sagte Bernhard Bauer, Geschäftsführer des Importeurs. Die Chancen für eine Fortführung dieser Entwicklung sieht er aufgrund der Modellentwicklung gut. So wurde der Cupra Formentor in den wenigen Wochen nach dem Marktstart bereits 1.800 Mal ausgeliefert. Künftig wird es zusätzliche Antriebsvarianten für das Modell sowie für den Cupra Leon geben. Zudem werde 2021 das erste reine E-Fahrzeug, der Cupra El-Born, eingeführt, kündigte Bauer an.

Cupra Formentor: Der Markenbotschafter
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Deutschland ist mit der Absatzentwicklung inzwischen der bei weitem wichtigste Markt für Cupra. Die Marke verkaufte 2020 hierzulande mehr als jedes zweite Modell. Der weltweite Cupra-Absatz kletterte zudem weniger deutlich um 11 Prozent auf 27.400 Einheiten. Der Anteil von Cupra am globalen Absatz des Autobauers stieg von 4,8 auf 6,4 Prozent.

Zumindest die Dezember-Entwicklung verspricht für das neue Jahr einen weiteren Schub: Zum Jahresabschluss verdoppelte Cupra die weltweiten Auslieferungen von 1.900 auf 3.600 Einheiten. Bestseller im Gesamtjahr war der Cupra Leon mit 13.300 Verkäufen, zuletzt angefacht durch die E-Hybrid-Modelle. Der Cupra Leon überholte damit den Cupra Ateca mit 10.500 Erstzulassungen.

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 Andreas Grimm

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«