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Deutschland zählt zu den dynamischsten Märkten für alternative Antriebe

| Autor: Christoph Seyerlein

Alternative Antriebe kommen in Europa inzwischen sichtbar voran, vor allem in Deutschland gewinnt der Markt an Dynamik. An Benziner und Diesel kommen die Stromer und Gasmodelle aber noch lange nicht heran.

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Die Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden stiegen im ersten Halbjahr 2018 in Europa im Vergleich zum Vorjahresmonat um 45,9 Prozent.
Die Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden stiegen im ersten Halbjahr 2018 in Europa im Vergleich zum Vorjahresmonat um 45,9 Prozent.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

In Europa (EU + EFTA) wurden im ersten Halbjahr des Jahres 621.513 Fahrzeuge mit alternativem Antrieb erstmals zugelassen. Wie der Herstellerverband ACEA vermeldete, waren das 34 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Am stärksten stieg prozentual die Zahl der Plug-in-Hybride. Mit 94.999 Einheiten zählte der ACEA satte 45,9 Prozent mehr Teilzeit-Stromer als im ersten Halbjahr 2017.

Aber auch bei den reinen Elektroautos (88.286 Einheiten, +38,7 %), den Hybriden (305.209, +34,2 %) und den weiteren Autos mit alternativen Antrieben wie etwa Gasfahrzeugen (133.019, +23,6 %) ging es aufwärts.

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Im Hinblick auf die einzelnen Märkte zog die Nachfrage nach Alternativen im ersten Halbjahr vor allem in Litauen (1.194 Einheiten, +292,8 %), Griechenland (2.489, +106,4 %) und Rumänien (2.355, +102.3 %) an. Die reinen Stückzahlen zeigen allerdings, dass das Volumen dort jeweils äußerst überschaubar ist.

Unter den großen Einzelmärkten verzeichnete tatsächlich Deutschland im ersten Halbjahr prozentual den größten Zuwachs an alternativen Antrieben. 87.914 Neuzulassungen bedeuteten hier ein Plus von 72,7 Prozent, in Europa war das die fünftgrößte Zuwachsrate. Vom reinen Volumen war allerdings Italien mit 141.686 Einheiten der größte „Alternativ-Markt“ in Europa. Gasfahrzeuge sind dort traditionell deutlich gefragter als anderswo.

Was den Marktanteil der Autos mit alternativen Antrieben betrifft, dümpelt Deutschland nach wie vor ziemlich am Ende des Feldes herum. Im ersten Halbjahr lag ihr Anteil hierzulande bei knapp 4,8 Prozent. Spitzenreiter ist in dieser Kategorie Norwegen, dort lag der Alternativen-Marktanteil – getrieben von massiver staatlicher Förderung – zwischen Januar und Juni 2018 bei 58 Prozent.

Achtmal so viele Benziner wie Alternative

Europaweit waren die Marktanteile zuletzt folgendermaßen verteilt: 56,7 Prozent Benziner, 36,3 Prozent Diesel und 7 Prozent Autos mit alternativem Antrieb. Die Neuzulassungen von Benzinern legten im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,9 Prozent auf 4.828.576 Einheiten zu. Damit wurden fast achtmal so viele Benziner neu zugelassen wie Fahrzeuge mit alternativem Antrieb.

Diesel-Fahrzeuge verloren zwar stark an Boden (-16,4 %), waren mit 3.177.998 Einheiten aber immer noch klar zweitstärkste Kraft in Europa. Die heftigsten Einbrüche gab es für den Selbstzünder in Großbritannien (-30,2 %), gefolgt von Slowenien (-27,8 %), Lettland und Finnland (je -20,6 %), Belgien (-20,2 %) und Deutschland (-20 %).

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