Die Elektroauto-Million kommt mit leichter Verspätung

Eine Million E-Fahrzeuge im Jahr 2022

| Autor: Andreas Grimm

Noch immer ein Ärgernis, das die E-Mobilität bremst: die uneinheitlichen Ladestecker. Doch Versorger wie Innogy stellen sich inzwischen darauf ein.
Noch immer ein Ärgernis, das die E-Mobilität bremst: die uneinheitlichen Ladestecker. Doch Versorger wie Innogy stellen sich inzwischen darauf ein. (Bild: Innogy)

Die magische Marke von einer Million Elektroautos in Deutschland rückt näher, allerdings wird sie sicher nicht wie ursprünglich von der Bundesregierung geplant im Jahr 2020 erreicht. Laut einer Berechnung der Managementberatung Horvath & Partners auf Basis der letzten Zuwachsraten könnte der Zielwert aber im Jahr 2022 erreicht werden.

Im Verhältnis zum Bestand von 46 Millionen Pkw in Deutschland halten die 123.000 Elektrofahrzeuge noch einen verschwindend geringen Anteil am Mobilitätsmarkt (Stand Ende 2017). Doch die Kraft der Veränderung liegt in den Wachstumsraten. Zuletzt waren die Zulassungszahlen um 80 Prozent gestiegen. Die Managementberatung Horvath & Partners hat die Zulassungsentwicklung nun fortgeschrieben und erwartet für Anfang 2022 eine Million E-Fahrzeuge auf den deutschen Straßen.

Zuversichtlich stimmt Oliver Greiner, Leiter der Studie „Fakten-Check Mobilität 3.0“ von Horváth & Partners, dass sich das Wachstum zuletzt sogar ohne echte Modellneuerungen entwickelt hat. Aus seiner Sicht fehlt noch immer „eine ausreichend ansprechende und wirtschaftlich attraktive Auswahl an Elektro-Modellen“. 2017 kam mit dem Opel Ampera lediglich ein neues reines Elektrofahrzeug auf den Markt, und das war praktisch nicht verfügbar.

Auch das laufende Jahr wird in dieser Hinsicht noch ein Übergangsjahr werden. Die Autobauer verbessern in erster Linie die Reichweite ihrer bereits erhältlichen Modelle. Lediglich Audi wird mit dem Q5 E-tron Quattro wohl gegen Ende des Jahres ein Elektro-SUV auf den Markt bringen. Dazu dürfte mit dem E-Go Life ein komplett neuer Anbieter auf den Markt kommen. Dessen Chancen stehen gut, steht hinter dem Projekt doch unter anderem ein Teil des Streetscooter-Teams. Trotzdem sieht Greiner gute Chancen, dass am Jahresende 200.000 E-Mobile zugelassen sind.

Ab 2019 stehen dann die Chancen gut, dass die Bestandszahlen exponenziell wachsen, haben doch zahlreiche Fabrikaten, nicht zuletzt die des Volkswagenkonzerns, dann die Einführung erster rein elektrisch angetriebener Modelle angekündigt. Angesichts der Marktrelevanz von VW Pkw, Skoda und Seat dürfte die Elektromobilität damit die breite Masse der Konsumenten erreichen. Unter dem Strich stehen also verschiedene „ermutigende Zeichen für eine höhere Dynamik in den nächsten Jahren“, heißt es in einer Mitteilung zum Faktencheck Mobilität.

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