Das Kfz-Gewerbe in der Krise Die Finanzreserven sind aufgebraucht

Autor: Doris Pfaff

Die Coronakrise macht dem gesamten Handwerk zu schaffen und stürzt Unternehmen in die Krise. Davon sind vor allem Betriebe aus dem Kfz-Gewerbe betroffen – sie sind auch verstärkt von Insolvenzen bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt Creditreform.

Firmen zum Thema

Die Coronakrise trifft im Handwerk vor allem das Kfz-Gewerbe besonders schwer. Die Eigenkapitalreserve vieler Betriebe ist aufgebraucht.
Die Coronakrise trifft im Handwerk vor allem das Kfz-Gewerbe besonders schwer. Die Eigenkapitalreserve vieler Betriebe ist aufgebraucht.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Aktuell sehen sich 8,2 Prozent der Handwerksbetriebe in einer Unternehmenskrise. Der Anteil der kriselnden Unternehmen im Kfz-Gewerbe (21,2 %) und im Nahrungsmittelhandwerk (19,0 %) ist dabei mit rund einem Fünftel sehr hoch. Das ist das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

„Auch wenn sich diese Entwicklungen in den Insolvenzzahlen und Gewerbeabmeldungen bislang kaum spiegeln, sorgt die Krise doch erkennbar für Einschnitte bei der Liquidität und dem Eigenkapital. Vielfach müssen Inhaber auf Reserven oder privates Kapital zurückgreifen, um zahlungsfähig zu bleiben“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform.

Im Kfz-Gewerbe nahm das Eigenkapital sogar bei jedem dritten Unternehmen (33,9 %) ab. Knapp ein Zehntel der Befragten im Handwerk (8,9 %) hat im Zuge der Corona-Situation seinen Eigenkapitalpuffer aufgestockt. Doch die Eigenkapitaldecke wird vor allem im Kfz-Gewerbe dünner. Insgesamt stieg der Anteil der eigenkapitalschwachen Betriebe im Kfz-Gewerbe von 27,7 auf 33,9 Prozent.

Laut Creditreform zählten vor der Krise das Kfz-Gewerbe sowie das nun angeschlagene Nahrungsmittelhandwerk zu den eigenkapitalstärksten Wirtschaftsgruppen im Handwerk überhaupt. Das sei nun Geschichte und die Reserven seien vielfach aufgebraucht, so die Wirtschaftsauskunftei. Nur noch 22,9 Prozent der Betriebe im Kfz-Gewerbe verfügten über eine komfortable Eigenkapitalquote von über 30 Prozent.

Im Vorjahr waren es im Kfz-Gewerbe noch 25,7 Prozent. Hantzsch: „Vor diesem Hintergrund muss die finanzielle Talfahrt bei den Betrieben dringend aufgehalten werden, um Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung und damit die Insolvenz vieler Handwerker abzuwenden.“

(ID:47301359)

Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik