Die fünf Supersprinter unter den Serienautos

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Fünf Hersteller haben aktuell ein Auto im Portfolio, das in weniger als drei Sekunden auf 100 Stundenkilometer sprintet. Ein sechster scharrt allerdings schon mit den Hufen und will sich noch dieses Jahr zum neuen Sprintkönig krönen.

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Der McLaren 675LT sprintet in 2,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer.
Der McLaren 675LT sprintet in 2,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer.
(Bild: McLaren)

Noch vor wenigen Jahren waren Sprintwerte von unter drei Sekunden unvorstellbar. Mittlerweile haben einige Sportwagenschmieden diese Marke jedoch geknackt. Immerhin fünf etablierte Hersteller (keine Tuner oder Exoten) bieten derzeit entsprechende Supersprinter an. Ein sechster scharrt schon mit den Füßen.

Schaut man bei Ferrari in die Datenblätter, muss man lange nach einem Modell mit einer 2 vor dem Komma suchen. 458 und 488 sollen im Idealfall 3,0 Sekunden möglich machen. Schneller ist aber wohl der LaFerrari, der laut Hersteller die Sprintdisziplin in unter drei Sekunden abhakt. Auf die Zehntelsekunde genau will man sich in Maranello allerdings nicht festlegen.

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Konkreter ist der Mitbewerber Lamborghini: Der Aventador fährt als Coupé und Roadster in der Standardversion in 2,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Die geschärften Superveloce-Varianten (552 kW/750 PS) werden sogar mit 2,8 Sekunden angegeben.

Ebenfalls knapp in die Sub-3-Riege vorgearbeitet hat sich Porsche mit dem 911 Turbo. Während der „normale“ Turbo mit 3,0 Sekunden noch draußen bleiben muss, stößt der 427 kW/580 PS starke Allrad-Elfer Turbo S seine flache Schnauze mit 2,9 Sekunden denkbar knapp in die Tür des elitären Clubs.

Die noch junge Sportwagenmarke McLaren ist angetreten, das Establishment zu verblüffen. Das gelingt derzeit ganz besonders gut mit dem 496 kW/675 PS starken 675LT, der ebenfalls 2,9 Sekunden möglich machen soll. Den noch schnelleren Hybrid-Renner P1, der den Sprint in 2,8 Sekunden schafft, hat McLaren 2015 eingestellt.

Doch allen versnobten Lambos, Porsches und McLaren stiehlt ein eher proletarisch angehauchter Japaner die Show: Der Nissan GT-R soll in seiner aktuellen Version eine Fabelzeit von 2,7 Sekunden hinlegen. Das gilt für den normalen GT-R wie auch für die härtere Nismo-Variante.

Neuer Sprintkönig steht in den Startlöchern

Der Noch-Sprintkönig wird allerdings bald schon vom Thron gestoßen: Der Bugatti Chiron, der offiziell im September 2016 auf den Markt kommt, absolviert laut Hersteller den 100-km/h-Sprint in 2,5 Sekunden. Für diese Ausnahme-Performance muss Ausnahme-Technik herhalten: Der Chiron hat 16 Zylinder, 1.103 kW/1.500 PS und den dafür unvermeidlichen Allradantrieb.

Angesichts der immer frecher vorpreschenden E-Mobilität mutet der Chiron allerdings wie ein letzter großer Kraftakt der Dinosaurier an. Die zunehmende Elektrifizierung der Antriebe bietet am Ende nämlich das größte Potenzial für ultraschnelle Spurts. So legt Teslas Model S mit 396 kW/539 PS bereits jetzt einen Sprint in glatt 3,0 Sekunden hin – wohlgemerkt als Luxuslimousine und nicht als Supersportler. Den Weltrekord im Sprint hält übrigens ein rein batteriebetriebenes Experimentierfahrzeug der ETH Zürich und Uni Luzern. Das Modell namens Grimsel hat jüngst sogar eine neue Bestmarke aufgestellt: 1,5 Sekunden. Und das war ganz bestimmt noch nicht das Ende der Fahnenstange.

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