Die großen Autohändler 2020 Die Graf-Hardenberg-Gruppe mobilisiert in allen Klassen

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Nach Harley führt die Graf-Hardenberg-Gruppe nun auch Vespa. Der Schritt ist Ausdruck der Vielfalt an Mobilitätsbedürfnissen der Kunden. Die will der Händler als präferierter Mobilitätsdienstleister erfüllen – übrigens auch vielfältig mit Autos.

Mobilität in allen Kategorien: In der Karlsruher Gerwigstraße investiert Graf Hardenberg klassisch in Audi und VW Nutzfahrzeuge. Dazu entsteht ein Karosserie- und Lackzentrum.
Mobilität in allen Kategorien: In der Karlsruher Gerwigstraße investiert Graf Hardenberg klassisch in Audi und VW Nutzfahrzeuge. Dazu entsteht ein Karosserie- und Lackzentrum.
(Bild: Hardenberg-Gruppe)

Gern wird von Branchenbeobachtern das Ende des klassischen Automobilhandels eingeläutet – eine Einschätzung, die Thomas Lämmerhirt wahrlich nicht teilt. Zwar sieht der jetzige Vorstandsvorsitzende der Günther Graf von Hardenberg-Stiftung die Veränderungen in der Branche. Doch hat er selbst in seiner Zeit als operativer Vorstandschef der Autohausgruppe viel Geld und Energie in die einzelnen Standorte der Gruppe investiert. „Wir sehen für den stationären Handel eine gute Zukunft, wenn auch vielleicht in einer anderen Struktur“, ist er sicher. Zu viele Anlässe gibt es aus seiner Sicht, die weiterhin den Besuch des Kunden in einem echten Autohaus veranlassen werden. Man registriere sogar eine steigende Besucherzahl in den Schauräumen. Die Konsequenz ist eine Stärkung der Autohäuser, nicht deren Aufgabe.

Ein Rückzug aus der Fläche ist für die Führung der Gruppe keine Option, wenn auch in der Vergangenheit an bestimmten Standorten Betriebsstellen zusammengelegt wurden: Dann steckt dahinter allerdings der Ansatz, gleichgelagerte Aktivitäten zu bündeln und damit einen attraktiveren Gesamtauftritt zu kreieren. Beispielsweise beherbergt der Karlsruher Standort am Durlacher Tor nach längeren Umbauarbeiten nun die Marken VW, Skoda und Seat, also die klassischen Volumenmarken. Das bedeutete letztlich auch mehr Platz, sodass innerhalb des VW-Hauses seit Kurzem ein Vespa-Store integriert ist. Einem Geschäftsführer war aufgefallen, dass in der Studentenstadt Karlsruhe innerstädtisch kein Händler der italienischen Kultmarke zu finden war – die Gruppe bewarb sich um den Händlervertrag und bekam den Zuschlag. Die Investition ist strategisch sinnvoll – die anvisierte Zielgruppe passt zu den am Standort gehandelten Volumenmarken. Zudem bedient Vespa mit den Elektromodellen die Nachfrage nach sauberer innerstädtischer Mobilität. Eine Erweiterung des Konzepts auf andere Standorte ist durchaus denkbar.