Oldtimer Die H-Kennzeichen-Klassiker des Jahres 2022

Quelle: sp-x

2022 feiert das H-Kennzeichen sein Silberjubiläum und gleichzeitig Zulassungsrekorde. Über 100 Modelle kommen im nächsten Jahr neu hinzu.

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Der 600 SL wird von seinen Besitzern gut gepflegt.
Der 600 SL wird von seinen Besitzern gut gepflegt.
(Bild: Daimler)

Das begehrte H-Kennzeichen feiert 2022 sein Silberjubiläum und die Automobilindustrie gratuliert zu diesen 25 Jahren behördlicher Oldtimerförderung mit einer erstaunlichen Vielfalt historischer Fahrzeugtypen, die sich als neue Kandidaten für den amtlichen Oldtimer-Ausweis vorstellen. Von A wie Alfa (155) bis Z wie Zagato-Lancia (Hyena) sind über 100 Debütanten des Jahrgangs 1992 dabei, dies vor allem nach dem Motto: „Es lebe der Sport“.

Tatsächlich verlangte der Zeitgeist damals mehr als je zuvor starke Coupés, Kombis und Familienkutschen, die für den Ritt auf der Kanonenkugel gut waren oder beim Ampelsprint die Faust im Nacken spüren ließen. Darunter der McLaren F1 als schnellstes Hypercar der Welt und Herausforderer von Jaguar XJ 220 und Bugatti EB 110 S.

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Aber auch wilde Wölfe im Pelz des Kombi-Praktikers wie BMW M5 oder Audi S4 Avant 4.2 V8, bis hin zum Kraftzwerg Mini Cooper, der ein Revival feierte. „Twingo. Der macht die Welt verrückt“, versprach dagegen die Renault-Werbung und tatsächlich begeisterte der winzige Gallier ganz ohne PS-Gewalt Millionen Käufer mit vanartigem Raumangebot und treuem Augenaufschlag.

Im Jahr 1992 zeigten Autos wieder Gesicht, so auch die Neuauflage des Nissan Micra, die mit Kuscheltieroptik Frauen und junge Autofahrer mitten ins Herz traf. Trotzdem haben gerade von diesen preiswerten Kleinen relativ wenige bis heute überlebt, was die Suche nach mindestens 30 Jahre alten Anwärtern für ein H-Kennzeichen erschwert.

Rund 600.000 Oldtimer bereits registriert

Wer seinen Klassiker als historisches Fahrzeug zulassen will – insgesamt sind bereits rund 600.000 Pkw beim Kraftfahrt-Bundesamt mit H-Kennzeichen registriert – muss allerdings noch einige weitere Voraussetzungen erfüllen, bevor es steuerliche Vorteile und freie Fahrt in Umweltzonen gibt. So muss sich der Oldtimer in einem guten und authentischen Zustand befinden, attestiert durch ein Gutachten.

Immerhin wurde der Autojahrgang 1992 grundsätzlich auf eine lange Lebenserwartung präpariert, wovon technologisch raffinierte Japaner damals eindrucksvoll durch vordere Plätze in Zuverlässigkeitsrankings kündeten. Dazu zählen der erste Subaru Impreza (Boxer und Allrad in der Kompaktklasse und Basisfahrzeug für Rallye-Weltmeister), der erneuerte Mitsubishi Galant (Allradlenkung und Allradantrieb), der luxuriöse Mazda Xedos 6 (Downsizing-V6 mit Laufkultur der Oberklasse), der Wankelmotor-Renner Mazda RX-7, aber auch der niedliche Nissan Micra als trendigster Mini der Moderne. Diesem fernöstlichen Verführer gelang eine Sensation: Japanische Qualität zu Kleinwagen-Kosten, gebaut von Robotern in England.

Damit brillierte der Micra europaweit als bezahlbarer Stadtflitzer, während der gleichfalls frische und frech-fröhlich blickende Fiat Cinquecento die technische Basis für feinste Alta Moda in Form von Crossover-Coupés und -Cabrios der Karossiers Coggiola, Bertone, Stola oder Ital Design lieferte.

Vermeintlich fade Hausmannskost in Form konservativer Stufenhecklimousinen durfte 1992 natürlich ebenfalls nicht fehlen. Verkauften sich diese doch in den östlichen Bundesländern des soeben wiedervereinigten Deutschlands besonders gut. Dazu zählten das Golf-Derivat Volkswagen Vento (erstmals mit furioser V6-Motorisierung), Opel Astra Viertürer, aber auch Toyota Carina (wie Nissan Micra und Primera „Made in England“), Mitsubishi Lancer und Hyundai Sonata V6. Modellnamen, die meist längst vergessen sind, und damit das Schicksal einiger historischer Ereignisse von 1992 teilen, die sich bis heute auswirken. Etwa die jährliche Begrenzung des Autoexports aus Japan in die EU, die Toyota, Nissan und Honda zum Aufbau europäischer Werke und Entwicklungszentren bewegte. Ein Vorbild, dem später die Koreaner folgten.

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