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Die H-Kennzeichen-Klassiker des Jahres 2022

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Mehrere Kandidaten von Mercedes und BMW

Heutige Petrolheads, die angesichts 1992 eingeführter V12-Boliden á la Mercedes 600 SL (R129), Mercedes 600 SEC (W140), BMW 850 CSi (E31), Ferrari 512 TR, Ferrari 456 GT 2+2 oder PS-gewaltiger Asphaltbrenner vom Schlage eines Chrysler Viper, Aston Martin Vantage und Bentley Brooklands von freien Straßen in „guter alter Zeit“ träumen, sei gesagt: Staus auf überlasteten deutschen Ost-Verbindungen waren damals so alltäglich, dass die Bundesregierung ein bis zur Gegenwart beispiellos gigantisches Straßenbauprogramm im Wert von fast 500 Milliarden Mark anschob.

In Rio de Janeiro tagte damals übrigens die erste globale Konferenz für Umweltschutz. Vertreter aus 170 Staaten forderten eine Verringerung von Fahrzeugemissionen – in der Bundesrepublik wurde daraufhin die regelmäßige Abgasuntersuchung (AU) auch für Katalysator-Autos Pflicht – und sogar der deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker plädierte öffentlich für eine Erhöhung des Benzinpreises.

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Effizienz zählte allerdings ohnehin längst zu den Zielen der Automobilindustrie, zu erkennen etwa am ersten Audi 80 Avant, der als TDI nur rund vier Liter Diesel pro 100 Kilometer konsumierte – damals sensationell für einen Kombi. Noch besser sollte es wenige Jahre später der Audi Duo als weltweit erster Diesel-Hybrid machen. Aber auch die 1992 vorgestellten V8-Boliden BMW 540i (E34), BMW 740i (E32) oder Mercedes 400 E (W124) lernten das Sparen im Vergleich zu etablierten Achtendern, vier Jahre später in Neuauflage waren sie sogar nochmals rund 40 Prozent effizienter.

Auch SUV Modelle unter den Anwärtern

In der Formel 1 machte das deutsche Supertalent Michael Schumacher Schlagzeilen mit dem ersten Sieg seiner Karriere und am Ende der Saison mit dem dritten Platz in der WM-Gesamtwertung. Noch nutzte Schumacher Ford-Motoren in seinem Benetton-Boliden, bald aber wurde er mit Renault-Power Weltmeister und der 1992 vorgestellte schnelle Safrane stand für ihn als Autobahn-Dienstwagen bereit.

Breitensport boten dagegen die 1992 lancierten Coupés von Ford (Probe II), Honda (CRX und Prelude), Rover (200 und 800 Coupé), Toyota (Paseo) oder der Porsche 968 CS als puristische Einstiegsversion in die Transaxle-Baureihe. Bestimmen heute SUV ein Viertel des Marktes, wagten vor 30 Jahren nur wenige mutige Geländewagen den Vorstoß ins Crossover-Segment. Zu diesen Pionieren zählte der Bertone (Daihatsu) Freeclimber 2, Chevrolet Blazer oder Opel Monterey. Dagegen zeigte der gerade erneuerte Hardcore-Offroader Toyota Land Cruiser TV-Präsenz bei der Berichterstattung über die Schrecken des Balkankriegs im ehemaligen Jugoslawien.

Auch Abschied nehmen hieß es 1992: Das kantige Volvo-Urgestein der Baureihe 240 fuhr in sein letztes Jahr, der liebevoll „Baby-Benz“ genannte Millionseller Mercedes 190 wurde ein Jahr später von der ersten Mercedes C-Klasse in den Ruhestand geschickt, die Fans des kultigen Volkswagen Scirocco trugen Trauer, der von Bertone in Bestform gebrachte Citroen BX erreichte die Zielgerade und der avantgardistische Ford Sierra sollte 1993 dem Allerweltstyp Mondeo Platz machen. Aber wie es heißt so treffend: Niemals geht man so ganz, und deshalb starten die Neuwagen des Jahres 1992 nun in ihr zweites Leben als neue Oldtimer mit H-Kennzeichen.

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