Hessisches Kfz-Gewerbe Die Händler könnten mehr verkaufen

Autor / Redakteur: Doris Pfaff / Doris Pfaff

Mehr als zweieinhalb Jahre sind seit der letzten Präsenzveranstaltung vergangen. Umso größer war die Freude beim Kfz-Gewerbe Hessen, als sich Ende Oktober die Mitglieder in Wetzlar treffen konnten. Mehr als 60 Delegierte des Landesverbands nahmen teil – wer nicht vor Ort war, konnte per Livestream das Treffen mitverfolgen.

Firmen zum Thema

Sie diskutierten aktuelle Themen der Branche: (v. l.): Patrick Haese (Autohaus Haese), Mark Karpinski (Autoschmitt), Uwe Brossette (Osborne Clarke), Jürgen Karpinski (Präsident), Ralf M. Meunzel („Autohaus“) und Christoph Stricker (ZDK).
Sie diskutierten aktuelle Themen der Branche: (v. l.): Patrick Haese (Autohaus Haese), Mark Karpinski (Autoschmitt), Uwe Brossette (Osborne Clarke), Jürgen Karpinski (Präsident), Ralf M. Meunzel („Autohaus“) und Christoph Stricker (ZDK).
(Bild: Kfz-Gewerbe Hessen)

Gastgeber der Mitgliederversammlung des hessischen Kfz-Gewerbes war die Kfz-Innung Lahn-Dill – Obermeister Andreas Groß begrüßte die Teilnehmer. Anschließend legte Jürgen Karpinski, Präsident des hessischen Landesverbands, seinen Bericht über die vergangenen Monate vor. „Corona hat auch unsere Branche stark in Mitleidenschaft gezogen“, betonte er.

Im September musste das Geschäft mit neuen Pkw in Hessen erneut kräftig Verluste hinnehmen. Das Minus von gut 23 Prozent sei auch den anhaltenden Produktions- und Lieferproblemen geschuldet. „Es werden weniger Fahrzeuge produziert, als wir verkaufen könnten.“ Auch der Gebrauchtwagenmarkt leidet (–11 %), weil der Nachschub an jungen Gebrauchten fehlt.

Ausbildungsmarkt wächst wieder

Auch die Ausbildung habe unter der Pandemie gelitten, sagte der Präsident. Aber: Immerhin geht nach dem Einbruch die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungszahlen um acht Prozent nach oben. Auch inhaltlich könne sich laut Karpinski das hessische Kfz-Gewerbe in Sachen Ausbildung sehen lassen: „Mit neuen digitalen Lern- und Prüfungsmedien sind wir in Hessen nicht nur modern aufgestellt, sondern führend im Handwerk.“

Erstmals konnten auch wieder verdiente Mitglieder persönlich geehrt werden. So erhielt Wolfgang Schwach die ZDK-Ehrennadel für seine Verdienste im Vorstand der Kfz-Innung Lahn-Dill. Ausgezeichnet mit der Silbernen Ehrennadel für ihr besonderes Engagement wurden Klaus Ruppelt, Andreas Groß, Gerhard Gandenberger und Karl Schwerer. Rolf Herden erhielt die Goldene Ehrennadel für seinen „jahrzehntelangen vorbildlichen und unermüdlichen Einsatz für das hessische Kraftfahrzeuggewerbe“, lobte Karpinski.

Anschließend informierte Gastreferent Christoph Stricker vom Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) über den aktuellen Stand in Sachen Elektromobilität. Insbesondere erläuterte er die Förderungsmöglichkeiten durch eine E-Prämie. Rechtsanwalt Uwe Brossette von Osborne Clarke referierte zu Vertriebsszenarien auf dem Weg zum Verbrenner-Aus und zu den damit verbundenen Vertragsänderungen im Autohandel.

Agenturmodell sorgt für gemischte Gefühle

Das Thema „Vertriebsmodell der Zukunft“ stand im Fokus der Podiumsdiskussion, an der Christoph Stricker (ZDK), Uwe Brossette (Osborne Clarke), Mark Karpinski (Autoschmitt) und Patrick Haese (Autohaus Haese) teilnahmen. Das Agenturmodell betrachteten sie dabei unterschiedlich und mit gemischten Gefühlen, insbesondere was die Rolle des Händlers betrifft. Auch die Elektromobilität wird den Handel weiter stark verändern. Stricker gab zu bedenken: „Ich weiß nicht, ob wir bei mehr Elektromobilität jemals aus der Rohstoffknappheit rauskommen.“

Verbandsgeschäftsführer Joachim Kuhn führte durch die satzungsgemäßen Regularien und informierte über die Akkreditierung der anerkannten Kfz-Werkstätten. Pressesprecher Roger Seidl und PR-Referentin Laura Diegelmann gaben einen Rückblick auf die PR-Aktionen 2021 und informierten über das anstehende Jubiläum des Landesverbands im Mai 2022: Der Verband besteht dann seit 75 Jahren.

(ID:47772318)