Ausblick 2022 Die Krise ist noch nicht vorbei

Von Julia Mauritz

Branchenexperten sind sich einig, dass die Halbleiterverfügbarkeit auch in diesem Jahr den Geschäftsverlauf in der Automobilwelt massiv mitbestimmen wird. Das an sich riesige Potenzial soll der deutsche Automarkt unter anderem deshalb nicht ausschöpfen können.

Die Chipkrise wirbelt den Automarkt in Deutschland weiter kräftig durcheinander.
Die Chipkrise wirbelt den Automarkt in Deutschland weiter kräftig durcheinander.
(Bild: © iryna_khomenko - adobe.stock.com)

Dass 2021 das schwächste Automobiljahr in Deutschland seit der Wiedervereinigung sein würde, damit hatte wirklich niemand gerechnet: 3,1 Millionen Neuzulassungen hatten die Automobilverbände und Analysten unisono für das Jahr prognostiziert. Zu den Corona-bedingt brüchigen Lieferketten hatten sich ein noch nie da gewesener, dramatischer Chipmangel und explodierende Rohstoffpreise gesellt.

Die Händlerhöfe sind aktuell im wahrsten Sinne des Wortes leergefegt. Manche Autohäuser sind bereits dazu übergegangen, ihren Showroom mit Gebrauchtwagen zu bestücken, die allerdings ebenfalls Mangelware sind. Die Kunden zu vertrösten und bei der Stange zu halten: Das ist mittlerweile eine der Hauptaufgaben der Automobilverkäufer. Sofern sie denn überhaupt einen ungefähren Liefertermin nennen können, müssen sie ihnen verklickern, dass sie sich ein Jahr gedulden müssen – wie es aktuell beispielsweise beim vollelektrischen Volumenmodell VW ID3 der Fall ist.